Rückzug vom Verbrenner-Aus: Wie China vom Zick-Zack-Kurs der EU profitiert
Die EU kippt also ihr De facto-Verbrennerverbot: Ab 2035 sind Autoantriebe, die CO2-emittieren, nicht mehr tabu, es reicht, den Flottenausstoß um 90 Prozent zu reduzieren. Ein vernünftiger Ansatz.
Allerdings: Der Schaden ist schon angerichtet. Die verunsicherte europäische Industrie ist schon dabei, einen der letzten Technologiesektoren, in denen sie weltweit noch uneinholbar führend war, weitgehend nach China zu verlagern: Die Entwicklung und Produktion von Verbrennungsmotoren. VW beispielsweise entwickelt gemeinsam mit Xpeng in China, Volvo und Renault haben zu diesem Zweck mit „Horse Powertrain“ ein Joint Venture mit dem chinesischen Autobauer Geely gegründet. Mit jenem Hersteller, mit dem auch Mercedes gemeinsame Sache macht: Der neue CLA von Mercedes wird erstmals mit einem in China gemeinsam entwickelten und produzierten Verbrennungsmotor (M 252) unterwegs sein.
Man sieht: Der überzogene Green Deal der EU, der jetzt schrittweise zurückgenommen werden muss, hat einen riesigen Technologietransfer von Europa nach Fernost in die Wege geleitet. Und die Deindustrialisierung des Alten Kontinents damit drastisch beschleunigt. Gut gemacht. Werden sich zumindest die Chinesen denken.
Aber ist China nicht das Land, das wie kein anderes auf Dekarbonisierung setzt, Wind- und Solarstromkapazitäten ausbaut als gäbe es kein Morgen und Elektromobilität massiv forciert? Immerhin haben bereits mehr als 50 Prozent der in China neu zugelassenen Autos einen Elektroantrieb an Bord. Und der Anteil soll, massiv durch staatliche Subventionen gestützt, rasant weitersteigen. Wie passt das mit den Ambitionen zusammen, auch in der Entwicklung und Produktion von Verbrennungsmotoren Weltmarktführer zu werden?
Nun ja: Die Chinesen wissen wie die Europäer, dass die Zukunft der Mobilität........
