Der Fall Ruck: Kammerabsolutismus trifft auf Empörungsdemokratie
Seit einer Woche geistert die Affäre Ruck durch die Innenpolitik. Tritt er zurück? Wird er aus der ÖVP ausgeschlossen? Was hat er noch alles gesagt? Darum dreht sich die öffentliche Debatte. Vom Kernproblem eines durch und durch intransparenten, aufgeblasenen und viel zu teuren Kammerstaats, der sich größtenteils aus lohnabhängigen Abgaben finanziert, ist kaum noch die Rede. Auch nicht davon, wie Geld und Posten ohne nennenswerte Kontrollmechanismen in den Organisationen nach Gutsherrenart verteilt werden. Bei Ruck sogar an die eigene Familie. Genau darum sollte es in der Causa Ruck gehen. Und nicht darum, ob er jemandem in einer mit Alkohol angereicherten Runde eine „Watschen“ geben will, jemanden als „degeneriert“ schimpft oder lieber mit Männern als mit Frauen im Keller Wein trinkt. Das mag alles unappetitlich sein. Aber das ist eine Themenverfehlung.
Was die Episode des Wiener Wirtschaftskammerchefs jedoch offenlegt, ist die........
