Sexuelle Radikalisierung: Das Grauen hat System
Eine Frau stirbt im eigenen Haus an schwersten Verletzungen. Ihr Ehemann ist verdächtig, sie wiederholt betäubt und sexuell missbraucht zu haben. Ein zweiter Mann sitzt in Untersuchungshaft, ein dritter ist im Visier der Behörden. Vieles ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Aber was man bisher erfährt – offenbar verabredete Vergewaltigungen unter Betäubung, gegen Geld, widerwärtige Chats – ist verstörend genug.
Auch, weil die Taten nicht an einem finsteren Ort, nicht am Rande der Gesellschaft passiert sind. Oberösterreich, Kleinfamilie, Ehe, Nachbarn, die den mutmaßlichen Täter als „nett, unauffällig“ beschrieben haben sollen, ein Reihenhaus in Marchtrenk – gewöhnlicher kann ein Leben von außen kaum aussehen. Als Gisèle Pelicot vor zwei Jahren entschied, die Scham müsse die Seiten wechseln, und sich einem öffentlichen Prozess stellte, erschienen ihr Mann und seine Mittäter als singuläre........
