Kickl & Co. brauchen Orbán nicht für ihre Wahlerfolge
Die Bedeutung der Niederlage von Viktor Orbán bei den Parlamentswahlen geht weit über die Grenzen Ungarns hinaus. Der russische Präsident Wladimir Putin verliert sein trojanisches Pferd in Europa. Die EU ist einen Bremsklotz los, der Entscheidungen immer wieder blockiert hat, vor allem wenn sie Russland oder China betroffen haben. Und der globalen Rechten von Wien bis Washington kommt ein ideologischer Taktgeber in Regierungsfunktion abhanden, der vorexerziert hat, wie man eine Demokratie Stein für Stein nach Maßgabe eines illiberalen Grundrisses umbaut.
Andere Ausgangslage als in Ungarn
Die Nachricht von einem nun einsetzenden, allgemeinen Abstieg der Rechtspopulisten ist allerdings stark übertrieben. In der Allianz der „Patrioten für Europa“ wird niemand erfreut sein über die Schlappe ihres Freundes Viktor. Doch künftige Wahlchancen von FPÖ, Rassemblement National oder Vox werden um keinen Prozentpunkt schlechter ausfallen, bloß weil eine verbündete Partei in Ungarn gewaltig Federn lassen musste. Wer glaubt, der Umschwung in Ungarn läute eine internationale Trendwende ein, erliegt mit hoher Wahrscheinlichkeit eigenem Wunschdenken.
Die Ungarn wählten Orbán ab, weil sie von ihm nach 16 Jahren an der Macht die Nase voll hatten, die Korruption unter seiner Herrschaft zum Himmel stank, die Wirtschaft stagnierte und........
