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Alles wird bewertet – Mensch

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19.02.2026

KollegInnen und ich sind in der ambulanten Pflege, bzw. als AssistentInnen für Menschen tätig. Unser Arbeitsplatz befindet sich demnach die meiste Zeit in Privatwohnungen anderer Leute. Dort pflegen wir, gehen im Alltag zur Hand, haben ein freundliches ermunterndes Wort, möglicherweise einen bestenfalls hilfreichen Rat.

Die Menschen, auf die wir treffen, lassen uns in ihrem Privatesten agieren. In ihrem eigenen Dach und Fach. Unser Bewertungsfeld beschränkt sich auf unsere Arbeit. Eine Begrenzung z.B. auf pflegerische Handlungen, die in solchen Umfeldern nach menschlichen ermessen möglich sind. Alles andere, was in den Privaträumen passiert, haben wir nicht zu kommentieren, nicht zu bewerten, allerhöchstens für uns selbst in angemessener fleißiger Stille einzuordnen. Soviel zu einem gewissen Ideal, etwas was man auch graue Theorie nennen kann.

Andauernd werden Dinge unnötig bewertet!

Dennoch ist es in meinem Arbeitsumfeld üblich, dass vor allem laut vernehmlich folgende Dinge unaufgefordert von Pflegenden und Assistierenden mit einem Urteil versehen werden: Wohnungseinrichtungen, Ernährungsweisen (nicht medizinisch), Musikgeschmack, TV Sender, Kleidung und das Äußere derer, die uns in ihre Wohnung lassen (body shaming).

Letzteres dergestalt nassforsch von plauderfreudigen Pflegepersonen im ersten Stadium in etwa so formuliert: „Deine Hose ging auch schon mal besser zu!“ Oder als Steigerung: „Die Hose passt Dir nicht mehr!“ Und dies, obwohl alle anderen KollegInnen eines Teams täglich........

© Die Kolumnisten