Spritpreis-Problem: Die Politik benötigt Maßnahmen, über die sich die Konzerne nicht kaputtlachen
Spritpreis-Problem: Die Politik benötigt Maßnahmen, über die sich die Konzerne nicht kaputtlachen
Spritpreis-Problem: Die Politik benötigt Maßnahmen, über die sich die Konzerne nicht kaputtlachen
Um die Bürger an der Tankstelle zu entlasten, senkt der Staat vorübergehend Steuersätze. Dabei müssten vielmehr die Konzerne ins Visier des Gesetzgebers geraten, wünscht sich Stefan Schwiersch.
Das hat ja sensationell funktioniert mit der täglichen Einmal-Erhöhung der Spritpreise. Die Folge waren nicht etwa sinkende Benzinpreise an unseren Tankstellen, sondern eher eine weitere Steigerung plus eine temporäre Regierungskrise angesichts wirkungsloser Maßnahmen.
Die Gretchenfrage: Musste man eigentlich Betriebswirtschaft studiert haben, um zu erahnen, dass dieser politische Kniff nicht funktionieren würde?
Für akzeptable Spritpreise fehlt leider der Wettbewerb
Das Grundprinzip der Marktwirtschaft: Wettbewerb hat Einfluss auf den Preis. Gibt es keinen, kann der Monopolist den Preis diktieren. Gibt es weitreichenden Wettbewerb, darf sich der Verbraucher freuen. Siehe den Preiskampf der Discounter, auch wenn er oft zu Lasten der Lieferanten geht.
An unseren Tankstellen ist erkennbar: Es gibt dort keinen Wettbewerb. Die Konzerne sind sich einig mit ihrer Preispolitik, die uns Verbraucher teuer zu stehen kommt. Man darf sich sicher sein: Über die Idee der Politik, die Preise nur noch einmal täglich zu erhöhen, hat man sich in den Chefetagen die Bäuche gehalten.
„Dass sich die Konzerne keinen Konkurrenzkampf liefern, hat uns enttäuscht und entsetzt“, sagt Herbert Rabl vom Tankstellen-Interessenverband im Interview mit der „Bild“. Aber kommt es so überraschend, dass die eine Krähe der andere kein Auge aushackt?
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Die Konzerne, betont Rabl, rechnen in diesem Jahr mit brutalen Gewinnen: Shell erwartet ein Plus von 30 Milliarden Euro, bei BP sind es 17, bei Exxon 46 Milliarden. Läuft also. Nun könnte auch der Nichtstudierte mal fragen: Dürfte man nicht dort einen Hebel im Sinne der Verbraucher ansetzen?
Rabl fordert: „Wir müssen etwas finden, was die Konzerne an die Kandare nimmt. Etwas, das den Bürger entlastet.“ Richtige Erkenntnis, leider viel zu spät.
