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Trumps Geschenk an Putin

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13.03.2026

Trumps Milliardengeschenk an Putin: USA setzen Russland-Öl-Sanktionen aus

Trumps Geschenk an Putin

Donald Trump kämpft gegen den Iran und macht dabei Putin ein Milliardengeschenk. Es ist das Eingeständnis eines Präsidenten ohne Plan – und droht der Anfang vom Ende der Russland-Sanktionen zu werden.

US-Präsident Trump scheint fest entschlossen, zur Fortsetzung des Iran-Kriegs jeden Preis zu zahlen. Die US-Militärausgaben allein in der ersten Kriegswoche gehen in die Milliarden. Doch der eigentliche Preisschock trifft die Weltwirtschaft: explodierende Ölpreise, die überall die Kosten in die Höhe treiben. Große Fluggesellschaften stellen den Betrieb in der Region weitgehend ein. Länder, deren Volkswirtschaften am internationalen Tourismus hängen, sehen eine ganze Branche von heute auf morgen kollabieren. Es ist ein wirtschaftlicher Flächenbrand, der sich zu einer globalen Rezession entwickeln könnte und Europa, Asien, Afrika und Amerika gleichermaßen trifft.

Trump fehlen nicht nur ein Exit-Plan für den Krieg gegen den Iran, detaillierte Kriegsziele und diplomatische Initiativen. Er hat offensichtlich auch nicht die vielen Folgen des Kriegs bedacht, wie den Schock für die Weltwirtschaft. Er weiß, dass die Geduld der Welt nicht endlos ist – und einen Preis hat. Täglich wird dieser Preis an den Ölbörsen ausgerufen. Also handelt er.

Auch Trump scheint nicht an ein schnelles Kriegsende zu glauben

In einem verzweifelt anmutenden Schritt lockert er die US-Ölsanktionen gegen Russland: Russisches Öl, das sich bereits auf Tankern befindet, darf nun 30 Tage lang von jedem gekauft werden. Eine entsprechende Ausnahmeregelung hatte Trump zuvor schon Indien erteilt und lässt damit Putins Kasse klingeln.

Es ist ein politisches Eingeständnis von erschütternder Tragweite. Denn diese drastischen Maßnahmen zeigen, dass der Präsident offenbar selbst nicht länger an ein schnelles Ende des Krieges glaubt.

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Gleichzeitig zeigt sich: Trump ist offenbar nicht in der Lage, sich auf zwei Kriege gleichzeitig zu konzentrieren. Er opfert die Russland-Sanktionen, um seinen Iran-Krieg fortsetzen zu können. Den Druck auf Moskau nimmt er zurück, während russische Raketen in der Ukraine einschlagen. Dort zahlen die Menschen den Preis dafür.

USA bemühen sich um Schadensbegrenzung

Die USA bemühen sich zwar um Schadensbegrenzung: Die Maßnahme sei nur vorübergehend und Russland würde nicht viel Profit machen. Doch das ist schlichtweg falsch. Rund 140 Millionen Barrel russisches Öl in Tankschiffen dümpeln auf den Weltmeeren, 30 Millionen Barrel hat Indien in den letzten Tagen davon bereits gekauft. Da bis zu 50 Prozent der Einnahmen direkt in den russischen Staatshaushalt fließen, darf der Kreml innerhalb weniger Tage mit einem mittleren einstelligen Milliardenbetrag rechnen. Der Gewinner von Trumps Iran-Krieg sitzt in Moskau und füllt seine Kriegskasse auf.

Trumps Milliardengeschenk an Putin ist ein schwerer Fehler. Es nützt dem Kreml, wird aber den Ölpreis nicht nennenswert nach unten treiben. Profitieren werden nur Moskau und ein paar windige Ölhändler und Raffineriebesitzer, die sich die Hände reiben und aus der Krise Kapital schlagen. Die geplagten Verbraucher an der Zapfsäule, die Unternehmen mit explodierenden Energiekosten – sie profitieren nicht.

Noch gefährlicher wäre es jedoch, wenn die US-Regierung ihren Fehler verstetigen und die Ölsanktionen dauerhaft aussetzen oder die Aussetzung gar auf andere Wirtschaftsbereiche ausweiten würde.

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Dies darf nicht der Anfang vom Ende der Sanktionen gegen Russland sein. Doch genau das hatte Trump zuletzt angedeutet. Europa und die USA haben es selbst in der Hand, wie viel Druck sie auf den Kreml ausüben.

Trumps planloses Handeln in einem Krieg, der Auswirkungen auf die ganze Weltwirtschaft hat, ist ein Albtraum. Zwei Wochen nach Beginn der Angriffe gegen den Iran droht der wirtschaftliche Preis für einen möglichen Sturz des Terror-Regimes ins Unermessliche zu steigen. Der Schmerzpunkt ist für Trump offenbar noch längst nicht erreicht.


© Die Harke