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Not im Straf- und Maßnahmenvollzug: Es braucht mehr Therapie als Verwahrung

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14.04.2026

Die Zahl der im Maßnahmenvollzug Untergebrachten, die zum Tatzeitpunkt eine schwerwiegende und nachhaltige psychische Störung hatten oder zurechnungsunfähig waren, hat sich im vergangenen Jahrzehnt von 875 Personen 2015 auf aktuell 1.676 beinahe verdoppelt. Auch die Dauer der Unterbringung wird immer länger.

Die Zahl psychischer Erkrankungen hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Auch im heimischen Strafvollzug: Zwischen 40 und 70 Prozent der Insassen und Insassinnen von Justizanstalten sind laut Schätzungen psychisch erkrankt. In U-Haft sollen die Zahlen besonders hoch sein. Das Spektrum reicht von Suchterkrankungen, Depressionen, über Angst- und Persönlichkeitsstörungen bis zu akuten Psychosen – viele erkranken aufgrund der schwierigen Bedingungen in den Gefängnissen: Es fehlt an Personal, an Therapie, an geeigneten Einrichtungen. Das spiegelt auch die Suizidrate wider, die in Gefängnissen deutlich höher ist als außerhalb des Strafvollzugs: Seit 2019 haben sich die versuchten und tatsächlichen Suizide in Haft fast verfünffacht.


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