Frieden predigen, Unrecht verschweigen: Die Kirchen versagen im Nahostkonflikt
Die großen christlichen Kirchen in Deutschland – kein Wunder, dass ihre Stimmen verhallen. Weitgehend ungehört. Denn unerhört ist ihre Haltung, und zwar die zu offensichtlichem Unrecht.
Gemeint ist dieses Mal nicht der Umgang mit Missbrauch in den Kirchen; den Skandal habe sie beide, evangelische wie katholische, noch lange nicht bewältigt.
Nein, es ist die Haltung zum Nahen Osten, zu dem, was im „Heiligen Land“, wie sie es nennen, geschieht. Wobei: Haltung ist das falsche Wort. Das setzt ja eine voraus.
Stephan-Andreas Casdorff ist Editor-at-Large des Tagesspiegels. Als aktiver Christ wünscht er sich eine klare Haltung der Kirchen im Kampf mit den Mullahs im Iran.
Anstatt sich mit den tieferen Ursachen vertieft auseinanderzusetzen, bleibt alles Gesagte an der Oberfläche.
Rituale, Rituale: der Ruf nach „Deeskalation“, nach Dialog, nach Verhandlungen, die Warnung vor einer Spirale der Gewalt.
Und an wen richtet sich das? Man weiß es nicht, man ahnt es nur: an die Israelis. Die Mullahs hören ihnen ohnehin nicht zu. So........
