Die Kriege, die uns drohen: Sicherheit ist nicht mehr nur Aufgabe des Staates
Der Krieg endet nicht an der Grenze. Drohnen über Flughäfen, Milliarden für die Rüstung, zu wenig Personal: Deutschland muss sich darauf einstellen, dass Sicherheit nicht mehr allein Aufgabe des Staates ist. Zeit, ehrlich über die Folgen zu sprechen.
Krieg hat seine klassische Form als erklärter völkerrechtlicher Konflikt verloren. Er ist heute unerklärt, dezentral und hybrid. In der Ukraine zeigt sich das in seiner grausamsten Form: Russland agiert ohne Rücksicht auf Verluste. Doch auch der Vorfall Anfang August auf dem Leipziger Flughafen gehört in dieses Bild. Dort wurde eine mit Sprengstoff bewaffnete Drohne neben ukrainischen Frachtmaschinen entdeckt. Krieg hat also mehrere Gesichter.
Er wird mit Drohnen und künstlicher Intelligenz geführt, zerstört Städte und Häfen, legt kritische Infrastruktur lahm und soll den Gegner mürbe machen. Putins Botschaft lautet: Wir können euch überall treffen – auch zu Hause.
Warum muss man das betonen? Weil Krieg im Zweifel uns alle betrifft. Die neue Militärstrategie der Bundeswehr, die erste ihrer Art, sagt es für deutsche Verhältnisse ungewöhnlich deutlich: „Der Gegner wird die Trennung von Heimat und Gefechtsfeld, zivil und militärisch, innerer und äußerer Sicherheit, Krieg und Frieden sowie Kombattant und Nicht-Kombattant gezielt unterlaufen.“ In dieser Entgrenzung des Krieges ist auf die Einhaltung anerkannter ethischer und rechtlicher Grundsätze........
