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Mehr Pragmatismus und Empathie wagen: In der Krise kann Reiche von Habeck lernen

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12.03.2026

An Tag elf des Kriegs im Iran und der daraus resultierenden Energiekrise tritt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche endlich vor die Presse. Etwas mechanisch liest die CDU-Politikerin von ihrem Tablet ihr Statement ab zur Freigabe der Ölreserve und der Beschränkung von Preiserhöhungen an Tankstellen.

Die Ministerin wirkt, als ob ihr die eigenen Maßnahmen nicht gefallen. An die Ölreserve gehe man, weil die internationalen Partner darum gebeten hätten, bei den Mineralölkonzernen sehe man „keinen massiven Missbrauch“. Nach wenigen Nachfragen muss Reiche schon wieder weiter.

Die Konservative aus Brandenburg, die vor ihrem Wechsel ins Kabinett ein Energieunternehmen leitete, ist als „ordnungspolitisches Gewissen“ der Bundesregierung angetreten. Weniger Bürokratie, weniger Regulatorik, weniger Subventionen, mehr Markt, war ihre Devise. Doch wenn an Deutschlands Tankstellen die Spritpreise die 2-Euro-Marke durchbrechen, muss selbst eine Marktliberale reagieren.

Dabei wählt Reiche die Minimallösung. Die Wirtschaftsweisen halten ihren Plan für wirkungslos. Maßnahmen........

© Der Tagesspiegel