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Nach dem Wahlsieg der AfD: Die Bundesregierung muss nach dem Debakel einen Neustart wagen

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07.09.2026

Seit dem 6. September 2026 ist Deutschland eine andere Republik. Der haushohe Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt ist eine politische Zeitenwende. Ausmaß und Wirkung dieses Einschnitts lassen sich bisher nur erahnen.

In Sachsen-Anhalt haben 567.037 Bürgerinnen und Bürger eine Partei gewählt, die gesichert rechtsextrem ist und deren Kandidaten einst teils in der Neonazi-Szene aktiv waren. Weitere 69.291 Bürger haben das BSW gewählt – eine Partei, die ihre Rolle als Erfüllungsgehilfin Wladimir Putins inzwischen nicht einmal mehr verbrämt.

Im neuen Magdeburger Landtag haben AfD und BSW eine mathematische Mehrheit. Das wird Deutschland und sein Parteiensystem mit ungeahnten Folgen verändern.

Die AfD hat den Ärger weiter Teile der Bevölkerung über die Bundesregierung, über „Berlin“, für sich genutzt. CDU und SPD ließen sich treiben, waren sprach-, macht- und strategielos gegen das geschickte, emotionale Agieren der AfD, zumal mit und in den „sozialen“ Netzwerken. Verschlafen und floskelhaft agierten CDU, SPD, Grüne und FDP, mit Abstrichen sogar die Linke.

Das Wahlergebnis aus Sachsen-Anhalt ist für die schwarz-rote Koalition ein Desaster. Es setzt den längst angeschlagenen Kanzler weiter unter Druck. Friedrich Merz, Markus Söder und Lars Klingbeil müssen nun nicht weniger als einen Neustart in Berlin........

© Der Tagesspiegel