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CDU unter Merz: Der schleichende Abschied von der Kanzlerpartei

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28.07.2026

Respekt, ja Bewunderung, schwang mit, wenn die CDU als „Kanzlerpartei“ tituliert wurde. Zuweilen schimmerte Spott durch, dann war vom „Kanzlerwahlverein“ die Rede. Treffend war beides. Seit 1949 stellt die CDU in gut 53 von 77 Jahren den Bundeskanzler. Und tut es heute noch.

Ein Erfolgsrezept der CDU in dieser langen, für Deutschland prägenden Zeit war ihre Geschmeidigkeit, ihr Pragmatismus. „Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind, andere gibt’s nicht“, riet Gründungskanzler Konrad Adenauer seinen Leuten. Das machte die CDU zu einer pragmatischen Regierungs-, ja Staatspartei. Programmatik stand dagegen oft genug hinten an.

Auf der politischen Linken, bei den Sozialdemokraten, war der Vorwurf zu hören, die CDU agiere nicht etwa nur pragmatisch, sondern opportunistisch – allein um der Macht, um des Kanzleramtes willen. Das war nicht ganz falsch und macht ihren genetischen Unterschied zur SPD aus, die sich bis heute als Programmpartei versteht.

Auch deshalb ging die SPD, anders als die CDU, schonungslos mit ihren führenden Köpfen um. Ihre Kanzler regierten maximal jeweils sieben Jahre lang (Helmut Schmidt und Gerhard Schröder). Adenauer brachte es hingegen auf 14 Jahre, Helmut Kohl und Angela Merkel auf jeweils 16 Jahre.

Daniel Friedrich Sturm gehört seit 2025 der erweiterten Chefredaktion des Tagesspiegel an. Er schreibt, Merz habe es sich mit........

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