Trumps Truppenabzug nach Iran-Streit: Merz verdirbt es sich mit allen
Zu Beginn des Iran-Kriegs vor gut acht Wochen hatte Merz Verständnis für den Angriff der USA und Israels geäußert und die gemeinsamen Interessen betont. Er sei erleichtert über das absehbare Ende des Mullah-Regimes.
Neuerdings kritisiert Merz Trump scharf. „Die Amerikaner haben offensichtlich keine Strategie.“ Und: „Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung“.
Die harte Reaktion Trumps ließ nicht lange auf sich warten: Merz „weiß nicht, wovon er spricht“, schrieb der US-Präsident auf seiner Plattform Truth Social. Es sei kein Wunder, „dass es Deutschland so schlecht geht, sowohl wirtschaftlich als auch in anderer Hinsicht“.
Trumps Formel für die Truppenreduzierung
Nun lässt Trump 5.000 US-Soldaten aus Deutschland abziehen. Aber natürlich nicht aus den Stützpunkten, die die USA für ihre globalen Einsätze benötigen. Sondern aus den Einheiten, deren Präsenz Deutschland und Europa bei der Abschreckung Wladimir Putins von einem Angriff auf die Ostflanke der Nato helfen. Dazu mehr weiter unten.
Der Kanzler wird von innenpolitischen Motiven getrieben.
Der Kanzler wird von innenpolitischen Motiven getrieben.
Christoph von Marschall ist diplomatischer Korrespondent der Tagesspiegel-Chefredaktion.
Man könnte dem Kanzler bei seinen impulsiven Aussagen zum Iran zugutehalten, dass er dazugelernt hat und seine Fehleinschätzung zu Kriegsbeginn einsieht. Das Mullah-Regime steht nicht kurz vor dem Sturz. Und Trumps Vorgehen wirkt mitunter ratlos und planlos.
Strafzölle und Grönland-Schock
Doch ist das wirklich der Grund für den Zickzack-Kurs........
