Spekulationen über Merz-Rücktritt: Ein Kanzlersturz hilft nicht aus der Krise
Erstaunliches geschieht in Deutschland: Das Überleben des Bundeskanzlers, respektive der SPD‑Führung, hängt von Regionalwahlen in drei Bundesländern ab, die im nationalen Maßstab Leichtgewichte sind.
Wenige Tage nach Sachsen-Anhalt und kurz vor Berlin und Mecklenburg-Vorpommern spekuliert das halbe Land: Stürzt Friedrich Merz? Verlieren Bärbel Bas und Lars Klingbeil den SPD-Vorsitz? Die drei Länder repräsentieren zusammen gerade mal 8,8 Prozent der Bevölkerung und 8,1 der Wirtschaftskraft der Bundesrepublik.
Kann sich Deutschland in der internationalen Gefahrenlage eine Regierungskrise leisten?
Kann sich Deutschland in der internationalen Gefahrenlage eine Regierungskrise leisten?
Christoph von Marschall, Diplomatischer Korrespondent der Chefredaktion.
Mal angenommen, es käme so, wie Friedrich Schiller es im Drama „Wilhelm Tell“ skizziert: „Es rast der See und will sein Opfer haben.“ Merz muss gehen, Hendrik Wüst oder Markus Söder oder Alexander Dobrindt wird Kanzler.
Und bei der SPD machen Bärbel Bas und Lars Klingbeil Platz für Manuela Schwesig. Würde die Regierung dann plötzlich liefern? Was würde sich an den strukturellen Problemen ändern?
Christoph von Marschall meint: Ein Sturz von Kanzler und SPD-Führung mag wie ein Befreiungsschlag wirken, dürfte aber rasch verpuffen, solange........
