Ideen für Europa: Macrons Frankreich ist mehr Teil des Problems als der Lösung
Emmanuel Macron ist ein Meister der großen Posen. Zu Beginn der Woche hatte er in einem Interview mit mehreren europäischen Medien gewarnt: „Wenn wir nichts tun, ist Europa in fünf Jahren weggefegt.“
Am Freitagabend steht er im Rampenlicht der Münchner Sicherheitskonferenz und weist einen Weg, wie die befürchtete „Unterwerfung“ Europas unter den wirtschaftlichen Druck des „chinesischen Tsunami“ und die „Mikrosekunden-Instabilität“ eines Donald Trump zu verhindern sei.
Europa dürfe sich nicht selbst schlechtreden, sagt Macron jetzt. Wo andere zweifeln, sehe er Hoffnung. Klar, die EU müsse vieles reformieren. „Aber wir müssen ein positives Bild zeichnen.“ Europa habe die Hilfe für die Ukraine gestemmt, als die USA sich zurückzogen. Europa sage Nein zu Putins Angriffskrieg. Auf diesem Weg müsse Europa weitergehen und lernen, eine geopolitische Macht zu werden.
Christoph von Marschall ist Diplomatischer Korrespondent der Tagesspiegel-Chefredaktion. Erfragt: Müssen Deutschland und andere EU-Partner Alternativen europäischer Kooperation suchen, die ohne Frankreich auskommen?
Macron bekräftigte die Positionen, bei denen Kanzler Merz seine Skepsis hatte erkennen lassen: direkte........
