Ex-BND-Chef in U-Haft: Das Misstrauen der Verbündeten wächst
Ex-BND-Chef August Hanning verhaftet: Die Nachricht, dass der frühere Chef des deutschen Auslandsgeheimdienstes in Untersuchungshaft ist, gehörte zu den Top-News der „New York Times“ und anderer Spitzenmedien in verbündeten Ländern.
Das will etwas heißen. Denn die Meldung konkurrierte mit Themen von unbestreitbarer Tragweite: die erstmalige Wahl eines Parlamentspräsidenten aus der AfD; Donald Trumps empörende Begründung für seinen Iran-Krieg mit vagen Spekulationen über einen Atomangriff Irans auf die von Demokraten dominierte Millionenstadt Los Angeles; die landesweiten Massenproteste französischer Schüler; der Jahrestag des Terrorangriffs der Hamas auf Israel; und manches mehr.
Christoph von Marschall hat viele Jahre über die Kooperation deutscher Geheimdienste mit Verbündeten berichtet und meint: AfD und Linke sind ein größeres Problem als der Fall Hanning.
„Context matters“ ist ein geflügeltes Wort für Einordnung und Gewichtung. Beim Fall Hanning darf man wohl sagen: Seine Verhaftung ist schlimm genug. Aber ihre Brisanz verdankt sie weniger dem Einzelfall als der Einbettung in eine Zeit, in der das Misstrauen befreundeter Dienste ohnehin wächst, wegen des Aufstiegs der AfD und der Linken.
Lebensrettende Warnungen vor Terrorplänen
Diese Verbündeten, denen Deutschland, zum Beispiel, lebensrettende Warnungen vor Terroranschlägen verdankt, fragen: Ist auf die deutschen Dienste und den Schutz von Geheimnissen Verlass, wenn die Partner........
