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Angriff | US-Imperialismus 2.0: Das ist die Langzeitstrategie von Donald Trump

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08.01.2026

Beim Angriff auf Venezuela am Wochenende haben die USA ihre überwältigende militärische Macht zur Schau gestellt. Ein Kommentar im Sender Fox News jubelte, Donald Trump habe die USA als alleinige Supermacht bestätigt. Team Trump feiert sich selbst, aber sagt nichts Genaues, wie es in Venezuela weitergehen soll. Wirtschaftsinteressen sollen profitieren, Trumps Ego soll bedient werden. Derweil droht Trump weiteren Nationen. „Wir können das noch mal tun“, sagte der US-Präsident beim Sender Fox zu Venezuela. „Niemand kann uns aufhalten.“

In den Sälen des Daniel-Patrick-Moynihan-Gerichts in Manhattan darf nicht gefilmt werden. Videoaufnahmen vom Montag zeigten Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro auf dem Weg zum ersten Prozesstermin in dem 27-stöckigen Gebäude. Umringt wurde er von einem Dutzend Beamten, mehrere mit großem weißen „DEA“ auf den Jacken, was sie als Mitarbeiter der Anti-Drogenbehörde Drug Enforcement Administration auswies.

Es sollte signalisieren: Hier kommt kein Staatsmann, sondern ein Drogenboss. Trump postete am Wochenende ein Foto von Maduro, angeblich an Bord eines US-Kriegsschiffes. Die Ähnlichkeiten waren frappierend. So in etwa sind seinerzeit Gefangene nach Guantánamo verschleppt worden: Maduro ist gefesselt, trägt eine schwarze Brille und Kopfhörer. Trump triumphiert: Der Verlierer soll auch aussehen wie ein Verlierer.

Zur Anhörung vor Richter Alvin Hellerstein am Montag trug Maduro Gefängniskleidung, die Füße gefesselt, die Hände nicht, berichtete CBS, seine mitangeklagte Ehefrau Cilia Flores wurde nicht anders behandelt. Beide plädierten auf „nicht schuldig“. „Ich bin noch immer der Präsident von Venezuela“, sagte Maduro laut New York Times. Er sei entführt worden. Hellerstein schnitt ihm daraufhin das Wort ab. Allerdings gilt der 92-jährige Jurist als eher liberal. Er wurde 1998 noch vom demokratischen Präsidenten Bill Clinton ernannt.

Das Verfahren soll am 17. März weitergehen. Maduro wird Verschwörung zum „Narcoterrorismus“ vorgeworfen. Er wird zusätzlich auch der „Verschwörung zum Besitz von Maschinengewehren und Sprengkörpern gegen die Vereinigten Staaten“ beschuldigt.

Vorwürfe, die nicht im Geringsten die Voraussetzungen für eine Invasion und Entführung erfüllen und........

© der Freitag