Iran-Verhandlungen: Teheran spielt auf Zeit und treibt USA und Israel in die Kostenfalle
Nach 21 Stunden Verhandlung verließ US-Vizepräsident JD Vance am Sonntag Islamabad ohne Einigung. Daraufhin verhängte Washington am Montag eine Seeblockade iranischer Häfen. Wenige Stunden später hielt Vance die Tür wieder offen: „Der Ball liegt wirklich bei den Iranern“, sagte er auf Fox News. Nach Informationen von CNN diskutieren Trump-Berater intern bereits über Datum und Ort eines möglichen zweiten Treffens vor Ablauf des Waffenstillstands am 21. April.
Für den Iran waren die gescheiterten Gespräche am vergangenen Wochenende kein Rückschlag, sondern Strategie. „Irans Kalkulation ist klar: Teheran glaubt, mehr aushalten zu können als die USA, zumindest vorerst“, erklärt Vali Nasr, Professor für Internationale Beziehungen an der Johns Hopkins University, gegenüber der Berliner Zeitung. Die Gespräche seien gescheitert, weil Washington keine Verhandlung angeboten habe, sondern Kapitulation forderte. Der Iran sehe keinen Grund, einem Angebot zuzustimmen, dem es nicht traue, das das Land weiterhin unter Sanktionen lasse und israelischen Angriffen aussetzt.
Amerikas teure Rechnung
Teherans Kalkulation hat eine ökonomische Grundlage. Mehreren Berichten zufolge kostet die Operation „Epic Fury“ die USA rund zwei Milliarden Dollar pro Tag. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt des Irak-Krieges lagen die........
