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13 Jahre Haft: Wie Wassim Al M. seine Bluttat am Holocaust-Mahnmal minutiös plante

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05.03.2026

Als das Urteil am Berliner Kammergericht fällt, fasst sich Wassim Al M. ungläubig an die Stirn und schüttelt den Kopf. Der 20 Jahre alte Syrer muss wegen versuchten Mordes und versuchter Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland für 13 Jahre hinter Gitter.

Die Tat, die er begangen und im Prozess auch gestanden hat, sorgte nicht nur in Berlin für Aufsehen. Am frühen Abend des 21. Februar vorigen Jahres hatte er versucht, am Holocaust-Mahnmal in Berlin-Mitte einem spanischen Touristen die Kehle aufzuschlitzen.

Die Tat sei radikal-islamistisch motiviert gewesen, sagt Doris Husch, die Vorsitzende Richterin des 1. Strafsenats des Kammergerichts, an diesem Donnerstag in der Urteilsbegründung. Der Angeklagte habe Juden töten wollen.

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Die Richterin bezeichnet es als Wunder, dass das 31-jährige Opfer den Halsschnitt überlebt habe. Das Messer habe große Blutgefäße nur um wenige Millimeter verfehlt.

Doch wie konnte es zu der Tat kommen? Wassim Al M. wuchs in einer Stadt in Syrien auf, in der die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) lange Zeit das Sagen hatte. Seine Eltern zogen deswegen in eine andere Gegend.

Schon damals soll sich der Angeklagte Propagandavideos des IS angeschaut haben. Deswegen, so gab Wassim Al M. zu Protokoll, habe er von seinem Vater einst eine Ohrfeige bekommen – die einzige in seinem Leben.

Als der Angeklagte 17 Jahre alt war, beschloss er, nach Deutschland zu flüchten. Seine Eltern, so sagt es die Richterin, hätten ihr Haus verkauft, um ihrem Sohn und dessen jüngerem Bruder........

© Berliner Zeitung