Überraschung bei ZDF-Intendantenwahl: Norbert Himmler hat Gegenkandidatin
Ob Freitag, der 13. März ein Glückstag wird für Norbert Himmler, den derzeitigen Intendanten des ZDF, wird sich noch herausstellen. Denn an diesem Tag entscheidet der Fernsehrat über die neue Intendanz des Senders. Lange sah es so aus, als würde Himmler keine Mitbewerber haben und die Verlängerung seiner Amtsperiode durchgewinkt werden. Doch seit Mittwoch ist klar: Es gibt eine weitere Kandidatin. Es ist die Journalistin Dr. Floria Fee Fassihi.
Floria Fee Fassihi ist kein ZDF-Gewächs
Zwar lagen dem Fernsehrat sieben andere Bewerbungen vor, die alle die formellen Kriterien erfüllten. Kandidaten dürfen auch von außerhalb des ZDF kommen, doch die Mitglieder des Gremiums selbst bringen die Wahlvorschläge ein. Das geschah diesmal nicht nur für den Amtsinhaber Himmler, sondern auch für Floria Fee Fassihi. „Es ist damit gem. § 5 Abs. 4 der Wahlsatzung dieses Duo, das zur Wahl am Freitag kommender Woche in Mainz zugelassen ist. Es finden in öffentlicher Sitzung, die auch per Livestream übertragen wird, bis zu drei ordentliche Wahlgänge für die Intendanz statt“, schreibt das Onlinemagazin für Medienwirtschaft DWDL dazu.
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Norbert Himmler ist seit 2021 Intendant des Zweiten Deutschen Fernsehens. Im Juli desselben Jahres setzte sich er sich gegen Tina Hassel durch, die nach dem zweiten Wahlgang auf ihre Kandidatur verzichtete. Die Journalistin Floria Fee Fassihi hingegen ist kein ZDF-Gewächs, sie war Reporterin und Moderatorin bei Radio Hamburg. Sie hat für das NDR-Fernsehen, die Tagesschau, Panorama, Zapp und das Hamburg Journal gearbeitet, zudem lehrt sie an mehreren Universitäten und schrieb vor knapp 20 Jahren das Fachbuch „Werbebotschaften aus der Redaktion? Journalismus im Spannungsfeld zwischen Instrumentalisierung und Informationsauftrag“.
Als ob sie den ZDF-KI-Skandal schon geahnt hätte
Des Weiteren soll Fassihi für öffentlich-rechtliche wie private Sender gearbeitet haben. Über das berufliche Wirken danach lässt sich wenig finden. Aber nach DWDL-Recherchen ist sie seit 25 Jahren Mitglied im DJV und schrieb für selbigen in einem Gastbeitrag über ihre Ziele: „Ein besonderes Anliegen ist mir – gerade in der heutigen Zeit – die Sicherung der journalistischen Qualität sowie die Trennung von journalistischen Inhalten und Werbung.“
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Und als ob sie den jüngsten ZDF-Skandal um ungekennzeichnete KI-Bilder schon geahnt hätte, hieß es seinerzeit weiter von ihr: „Journalisten haben große Verantwortung. Und die Herausforderungen für den Journalismus sind im Jahr 2023 nicht weniger geworden: Das Aushandeln fairer Honorare, das Schaffen von adäquaten Arbeitsbedingungen, der Umgang mit KI sowie das Enttarnen von Fake News durch sorgfältige Quellenprüfung werden uns weiter beschäftigen.“
Für eine Mehrheit müsste Fassihi drei Fünftel der Mitglieder im ZDF-Fernsehrat hinter sich vereinen, das entspricht mindestens 36 von 60 Stimmen. Mehrere Wahlgänge sind möglich.
