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Jannis Niewöhner über Stil, Scheitern und Salsa in Berlin

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11.04.2026

Am 16. April ist Kinostart der Verfilmung von Leif Randts Roman „Allegro Pastell“ unter der Regie von Anna Roller. Beleuchtet wird die Verlorenheit einer freiheitsstrebenden Generation, die zwischen Selbstironie, Partyleben, Stadt und Land sowie möglichst minimalistischer Einrichtung nach sich selbst sucht.

Niewöhner spielt darin die Hauptrolle des Jerome Daimler – eines Webdesigners Mitte 30, der sich in einer On-off-Fernbeziehung mit Tanja Arnheim (gespielt von Silvaine Faligant) befindet. Die beiden kommunizieren vor allem über geschriebene Worte – wenn sie sich besuchen, überwiegt trotz räumlicher Nähe oftmals die Distanz.

Der 33-jährige Schauspieler ist zwischen zwei Drehs kurz in seine Heimat Berlin zurückgekehrt, als wir mit ihm sprechen. Eine Unterhaltung über Figuren, die man nicht mögen muss, rote Teppiche, Röhrenjeans und die Frage, ob eine Midlife-Crisis noch kommen wird.

Herr Niewöhner, Sie haben schon in einigen Buchverfilmungen mitgespielt. Hilft es Ihnen, vorher das Buch zu lesen, oder ist das eher einschränkend?Ich lese das Buch auf jeden Fall. Eine Romanvorlage gibt einen Zugang zu ganz vielen Informationen über die Figuren und auch über deren Innenleben, die man im Drehbuch manchmal nur erahnen kann. Besonders bei „Allegro Pastell“ ist die innere Welt der Personen sehr gut beschrieben – weil es natürlich genau darum geht, dass sich die Protagonisten Tanja und Jerome über Worte miteinander verbinden und ausdrücken. Und wie viele Leute in meiner Umgebung hatte ich das Buch auch schon gelesen, bevor ich wusste, dass der Film gemacht wird.

„Bloß nichts zu nah ranlassen. Das regt mich total an diesen Figuren auf.“

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Wie verändert sich der Blick auf einen Roman, wenn man plötzlich selbst eine der Figuren spielt?Man denkt dann noch einmal anders darüber nach. Bei „Allegro Pastell“ ist es so, dass die Figuren und ihre Geschichte durchaus unsympathisch erscheinen können. Sie kreisen sehr um sich selbst, sind wahnsinnig privilegiert. Allem im Leben begegnen sie mit einer Art Distanz. Bloß nichts zu nah ranlassen. Das regt mich total an diesen Figuren auf. Für den Dreh war allerdings mein Ziel, sie nicht zu verurteilen und ihnen einfach sehr menschlich zu begegnen.

Bei Jerome spiegelt sich die Distanz zum Leben auch in der Wohnung wider – sehr minimalistisch, sehr steril. Ist das eine Ästhetik, mit der Sie sich identifizieren können?Nein, eher weniger. Diesen Minimalismus kenne ich auch aus meinem Umfeld. Ich bin anders aufgewachsen und habe ein anderes........

© Berliner Zeitung