Präsident von Wokeistan: Der erleuchtete Christian Wulff
In seiner Verteidigung der „Wokeness“ greift CDU-Politiker Christian Wulff zu einer Rhetorik, die mit präsidialer Überparteilichkeit wenig zu tun hat, dafür umso mehr mit moralischer Selbstüberhöhung. Der Jahresempfang der Beauftragten der Bundesregierung für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt Ende Februar bot ihm die passende Bühne.
Ausgerechnet ein Bundespräsident a. D., und dann auch noch Wulff, meldete sich hier mit erhobenem Zeigefinger zu Wort. Ausgerechnet jener Wulff, dessen Präsidentschaft kaum als Glanzstück politischer Integrität in Erinnerung geblieben ist. Ein Schelm, wer sich fragt, ob sich wirklich niemand mit mehr Strahlkraft finden ließ.
Die Einseitigkeit der Wachsamkeit
Wulff, der Mann der kurzen Amtszeiten, nutzte die Bühne für ein flammendes „Wokeness“-Plädoyer, das zwar nur eine halbe Stunde dauerte, sich aber dennoch länger anfühlte als seine Tage in Schloss Bellevue. Er warnte vor Zuständen wie in den USA, wo bestimmte Bücher verboten und Projekte zu Postkolonialismus, Gender oder Feminismus nicht mehr gefördert werden.
Wulff sagte wörtlich: „Wenn darauf geschaut wird, ob in einem Förderantrag irgendein Wort auftaucht und dieser Antrag dann zurückgewiesen wird, weil er die veränderten Förderbedingungen nicht erfüllt, ist das kein Zufall, sondern System.“ Die Feststellung ist interessant, wirkt aber seltsam selektiv, zumal die Woke-Cancel-Culture Inhalte nicht minder rigoros nach eigenem Gusto aussortiert.
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Dass Wulff nun ausgerechnet die Wachsamkeit als oberstes Gebot ausruft, erinnert an Kamala Harris, die 2017 bei einer Konferenz mit der........
