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Der Finanzplatz Schweiz – man sollte Cold Calls endlich verbieten

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Der Finanzplatz Schweiz – man sollte Cold Calls endlich verbieten

Verfolgt man die Regulierungsdebatte im Finanzbereich, so könnte man meinen, es gäbe nur die UBS. Vielleicht wäre es an der Zeit, mal wieder an die ganz normalen Kleinanleger zu denken und an ihren Schutz.

Cold Calls können für potenzielle Anleger zu Verlusten führen.

Ein rechtskräftig verurteilter Wirtschaftskrimineller – ein richtiger Ganove – hat vor Gericht spöttisch wortwörtlich zu Protokoll gegeben: «Es steht jeden Tag ein Dummer auf.» An solche hatte er sich bei der Begehung seiner Delikte adressiert – sagte er so völlig entspannt.

Mit solchen «Dummen» meinte er herablassend Menschen, denen er gute Finanzgeschäfte bei Cold Calls anpries und die nicht erkannten, dass er ein Verkäufer und nicht ihr Berater war. In diesem kleinen, aber feinen Unterschied liegt die grosse Konsequenz. Diese Art Verkäufer, die dieser Typ repräsentierte, ist daran interessiert, über Retrozessionen seine Kasse zu füllen und wenn es vorbei ist, so ist es vorbei. Er findet jeden Tag einen Dummen – wie gesagt.

Wenn ich solche Fälle vor mir habe, denke ich manchmal an Enkelbetrugsfälle, die ich anwaltlich betreut oder auch als Richterin zu beurteilen hatte. Der sogenannt Vernünftige fragt sich: wie kann man nur so blöd sein, und mancher blickt mit Verachtung nicht auf die Täter, sondern die ihrer Vermögenswerte Entledigten. Geht es um dubiose Anbieter im Finanzbereich, auf die jemand hereingefallen ist, kommt noch ab und zu die Schadenfreude dazu. Wie kann man nur aus lauter Gier? Selber schuld. So lautet das selbstgerechte und billige........

© Aargauer Zeitung