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Streetfood statt Literatur-Schinken

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22.12.2025

Ich merke das jedes Mal in Buchhandlungen: Ich gehe „nur kurz“ rein und stehe plötzlich in einer Abteilung, die es zu meiner Schulzeit nicht gab. Sehr schade eigentlich. Zwischen Manga und Superhelden stehen da auf einmal Werke von Thomas Mann, Franz Kafka, Mary Shelley, Emily Brontë, Edgar Allan Poe. Gezeichnet. Keine Kurzfassungen für Faule, sondern schwere Hardcover, die deutlich sagen: „Ich will ernst genommen werden. Denn ich bin nicht von gestern.“

Niemand lernt heute den „Erlkönig“ oder „Die Glocke“ auswendig. Aber viele entdecken Kafka, Mann oder Poe wieder neu, weil sie als Bildergeschichten in ihren Feed passen: schnell, intensiv, teilbar. Graphic Novels sind aber nicht einfach nur die Hardcover-Version von klassischen Comics, sondern ein vollwertiges Literaturformat, das Klassiker nicht vereinfacht, sondern anders lesbar macht, eben für ein Publikum, das mit Screens und Feeds aufgewachsen ist.

Und genau da wird’s für dich spannend, denn Graphic Novels können etwas Besonderes: Sie holen die alten Stoffe aus dem Klassenzimmer raus und gießen sie in eine Form, die eher........

© Wiener Zeitung