Das Märchen von der Industry Plant: Nichts als Pop-Seximus
Ganze zehn Jahre arbeitete Chappell Roan an ihrem großen Durchbruch, bis er 2024 endlich gelang. Früher performte sie die queere Hymne „Pink Pony Club“ vor Passant:innen in Parks, heute singen ihr oft sogar mehrere hunderttausend Menschen entgegen. Nicht alle schien ihr Werdegang aber zu überzeugen: „Die ist doch eine Industry Plant!“ schrien viele reflexhaft.
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Eine „Industry Plant“, das ist vereinfacht gesagt ein Artist, der bei einem großen Label unter Vertrag steht, aber erstmal als „selfmade“ wahrgenommen wird und dessen Erfolg gefühlt (!) schlagartig kommt. So schlagartig, dass es verdächtig wirkt: Stecken hinter diesem Erfolg wirklich ehrliche Handarbeit und künstlerische Hingabe? Oder wurde das Ganze von Marketing-Masterminds kuratiert und mithilfe von Musikbranchen-Vitamin-B gepusht? Versuchen Labels hier ganz gezielt, den neuen Superstar zu launchen, während sie uns eine herzerwärmende „Von der Drive-In-Verkäuferin zum Weltstar“-Story verkaufen? (Spoiler: All diese Dinge dürfen gleichzeitig wahr sein.)
Wo sind die männlichen Industry Plants?
Obwohl Chappell Roan hartgesotten und besonders gut darin ist, sich nichts gefallen zu lassen, reichte es ihr irgendwann. In einem Podcast-Interview stellte sie klar, wie „dumm“ sie das Industry-Plant-Gerede findet: „Das ist mein zehntes Jahr im........
