Warum ich Labubus unheimlich finde
Labubus. Schon klar, dass die Kaller sich drüber aufregen sollte. Plastikscheiß, Hypertrend, in spätestens einem halben Jahr Geschichte. Das Gleiche ist passiert mit Beanie Babies in den 90er Jahren, Furbies, Tamagotchis und den sinnlosen Fidget Spinners: Sie alle nahmen den Weg der Dubai Schokolade, old news, gähn, wo ist der Skandal bitte? Endlos gehyped, riesige Nachfrage, irgendwann im Handy-/Paketstore erhältlich und vorbei war’s mit dem Luxus und dann hatten wir die Unmengen an Plastikmüll. Und das Ding mit den Stanley Cups, nun ja, das hab’ ich ja hier schon mal ausführlich behandelt. Übrigens, trägt noch jemand seine Adidas Sambas, die vor zwei Jahren alle haben mussten?
Jetzt also Labubus, süß-hässliche Plastikpuppen, das Accessoire der Stunde auf teuren oder nicht ganz so teuren Handtaschen. Ich könnte jetzt natürlich was darüber schreiben, wie absurd die Mengen unseres Konsums geworden sind. Unser Materialverbrauch hat sich seit den 1990ern weltweit mehr als verdoppelt. Aber ich finde Labubus nicht nur sinnlos wie all die anderen genannten Plastikgraffln, sondern wirklich, wirklich unheimlich. Und das nicht wegen ihrer spitzen Zähne.
Labubus sind nicht nur der nächste Hypertrend, der tausendfach kopiert wird und wahrscheinlich noch schneller in den Krimskrams-Laden der Geschichte landen wird als seine Trendvorgänger. Dass die Welt auf hässliche Plastikplüschtiere steht, ist mir egal. Was mir nicht egal ist, sind einerseits die Verpackungen und andererseits die Zuschreibungen. Was meine ich damit?
Zunächst mal zu den Verpackungen: Man kauft Labubus in Mystery Boxes. Das heißt, man kauft eine Kartonschachtel, in der sich der Labubu nochmal in einer Folienverpackung........
© Wiener Zeitung
