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Meine Nähmaschine und der Atomkrieg

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22.03.2026

Letztens sah ich auf Instagram ein Reel der wunderbaren Astrid Aschenbrenner, die dort unter dem Handle „wienerkind_” oft zu Nachhaltigkeit postet. Sie erzählte, dass sie vor einiger Zeit einen verstellbaren Tisch gekauft hatte, und bei dem war jetzt der Schalter zum Höhenverstellen kaputt. Auf Rückfrage bei der Firma, ob sie ihr den Schalter austauschen könnten, hieß es: Schick das Ding ganz zurück, wir erstatten dir den Kaufpreis, kauf ein neues, weil den Schalter, leiderleider, den haben wir nicht mehr. Würde sie den Tisch zurückschicken, der komplett in Ordnung ist, aber einfach nur einen kaputten Kontakt in einem Schalter hat, würde der sehr wahrscheinlich entsorgt werden. Und sie soll bitte neu kaufen statt reparieren.

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Ich befand mich vergangene Woche in einer ähnlichen Situation. In meinem Wohnzimmer steht eine Bogenlampe mit drei Bögen, an deren Ende jeweils ein Lampenschirm samt Glühbirne hängt. Sie war ein Geschenk einer Freundin, wiegt zirka drölfzigtausend Kilo und ist ziemlich sicher mindestens aus den frühen Siebzigern, also über 50 Jahre alt. Nachdem eine der drei Leuchten schon seit Jahren nicht mehr funktionierte, gaben kürzlich die beiden anderen Leuchten relativ gleichzeitig auch den Geist auf. Ich wechselte die Birndln aus – und es wurde NICHT wieder Licht. Ein Freund von mir kam dann, um sie zu reparieren – und ich hatte schon Bammel, dass er mir sagen würde: „Sorry, ist tot.“ Doch er kam, schaute, ob auf den Fassungen Spannung war, fuhr mit dem Schraubenzieher in die Fassungen, bog ein kleines Metallplättchen ein bisschen nach innen – und oh Zauberei, die Lampe funktionierte wieder! Sogar die mittlere Leuchte, die seit locker sechs Jahren nicht mehr ging, weil mir damals ein Elektriker sagte: „Uh, da muss man die komplette Fassung austauschen“ und mir einen unbezahlbaren Kostenvoranschlag schickte. Fünf........

© Wiener Zeitung