Das Leben wird wieder teurer
Die blockierte Straße von Hormus führt zu Preisschocks und höherer Inflation, besonders durch indirekte Effekte auf die EU.
Die Oesterreichische Nationalbank erwartet einen Inflationsanstieg auf bis zu 4 Prozent und geringeres Wirtschaftswachstum.
Verkehrsminister Peter Hanke sieht in der Energiekrise Chancen für eine Energiewende und langfristige Unabhängigkeit.
OECD senkt BIP-Prognose für Eurozone 2026 auf 0,8 % Wachstum
Inflationsrate laut OECD-Prognose 2026: 2,6 % (vorher 1,9 %)
Österreichs Importvolumen über Straße von Hormus 2023: 260,5 Mio. Euro
OeNB erwartet Inflation 2026 bei 2,7 %, im schlimmsten Fall bis 4 %
Die blockierte Straße von Hormus führt zu Preisschocks und höherer Inflation, besonders durch indirekte Effekte auf die EU.
Die Oesterreichische Nationalbank erwartet einen Inflationsanstieg auf bis zu 4 Prozent und geringeres Wirtschaftswachstum.
Verkehrsminister Peter Hanke sieht in der Energiekrise Chancen für eine Energiewende und langfristige Unabhängigkeit.
OECD senkt BIP-Prognose für Eurozone 2026 auf 0,8 % Wachstum
Inflationsrate laut OECD-Prognose 2026: 2,6 % (vorher 1,9 %)
Österreichs Importvolumen über Straße von Hormus 2023: 260,5 Mio. Euro
OeNB erwartet Inflation 2026 bei 2,7 %, im schlimmsten Fall bis 4 %
Fliegen wird teurer, Tanken schmerzt trotz Spritpreisbremse und die hohe Inflation macht ein Comeback: So lassen sich einen Monat nach der Eskalation im Iran die unmittelbar spürbaren Effekte zusammenfassen. Die Situation ist zwar weiterhin volatil, doch die Folgen sind mittlerweile besser einzuschätzen.
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Indirekte wirtschaftliche Effekte
Die weiterhin blockierte Straße von Hormus belastet das globale Wirtschaftswachstum. Ende März korrigiert die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ihre Konjunkturprognose nach unten: Die Wirtschaftsleistung in der Eurozone soll demnach 2026 um 0,8 Prozent wachsen, 0,4 Prozentpunkte weniger als bisher prognostiziert. Die jährliche Inflationsrate soll auf 2,6 Prozent ansteigen, zuvor rechnete die OECD mit 1,9 Prozent. Der Grund für diesen Negativtrend ist laut OECD die gefährdete Energieversorgung.
Dabei hat die Straße von Hormus für die Europäische Union eine geringere Bedeutung als für andere Wirtschaftsregionen. Laut einem Bericht des Deutschen Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo erfolgen 8,7 Prozent der Flüssigerdgaslieferungen und 6,8 Prozent der Rohölimporte über diese Transportstrecke. Auch Österreich hat laut einer Analyse des Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII) eine geringe direkte Abhängigkeit: Das Importvolumen betrug im Jahr 2023 rund 260,5 Millionen Euro. Doch wenn andere Länder, die Öl und Gas in großen Mengen importieren, unter Druck stehen, bekommen auch die übrigen EU-Mitgliedstaaten die Preissteigerungen zu spüren. Die aktuellen Preissprünge in Österreich sind also vor allem indirekte Folgen. Es sei jedoch eher mit Preisschocks als mit physischen Engpässen zu rechnen, da viele Produkte von alternativen Importeur:innen bezogen werden können. Ab einem Monat Sperre könnten die Negativfolgen laut der Studie allerdings überproportional steigen.
Inflation im schlimmsten Fall auf 4 Prozent
Die Oesterreichische Nationalbank korrigiert ihre Prognose für die Jahresinflation um 0,6 Prozentpunkte nach oben auf 2,7 Prozent. Der Höhepunkt mit 3 Prozent soll im Mai erreicht werden. Im schlimmsten Fall könnte die Teuerung sogar auf 4 Prozent steigen. Laut der Nationalbank könnte der Krieg im Nahen Osten zu einem Rückgang der Kaufkraft führen. Damit würden die privaten Ausgaben und die Investitionsbereitschaft der Unternehmen sinken, was wiederum das heimische Wirtschaftswachstum bremst.
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Ob die Prognosen eintreffen, lässt sich an der Entwicklung der Ölpreise ablesen – und diese sind aktuell volatil. Nachdem in der vergangenen Woche einige Transportschiffe durchgelassen wurden, entspannte sich der Preis für die Ölsorte Brent kurzfristig. Zu Wochenbeginn sprang der Preis jedoch um knapp 10 US-Dollar auf 115 Dollar pro Barrel. Auslöser für diesen Anstieg war die Aussage von US-Präsident Donald Trump, das Öl im Iran einzuverleiben. Trump kündigte außerdem an, mehreren Transportschiffen die Passage durch die Straße von Hormus zu ermöglichen. Die Situation bleibt also angespannt und unberechenbar.
Energiekrise als Chance
Trotz der trüben Aussichten sehen einige in der aktuellen Energiekrise eine Chance für eine Energiewende. Verkehrsminister Peter Hanke bezeichnet die Spritpreisbremse als kurzfristige Maßnahme und betrachtet die Transformation der Mobilität als langfristigen Prozess, der zu einer unabhängigen Energieversorgung führen könnte. Auch die OeNB weist darauf hin, dass mittelfristig Preisentwicklungen zu einem Umstieg auf alternative Energien führen könnten. Dabei könnte das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz helfen, dessen Entwurf die Bundesregierung vergangene Woche vorgelegt hat. Dieses sieht vor, die Genehmigung von neuen Energieanlagen zu beschleunigen. Die neuen Rahmenbedingungen werden für die aktuelle Energiekrise noch keine Bedeutung haben, sofern diese nicht über Jahre andauert.
Elisabeth Oberndorfer schreibt jede Woche eine Kolumne zum Thema Ökonomie. Alle Texte findet ihr auch in ihrem Autor:innenprofil.
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Die Jahresinflation könnte aufgrund des Nahostkrieges in Österreich laut Nationalbank auf 2,7 Prozent steigen.
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OECD: Global economic outlook remains robust but has weakened amid energy shock and geopolitical risks
Ifo Institut: The Role of the Strait of Hormuz for Germany and the EU
ASCII: Trade Dependencies and Shipping Disruption Scenarios for the Strait of Hormuz
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