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Öffnung oder Kollaps? Kubas Schicksal liegt in Trumps Händen

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19.03.2026

Auf Kuba, das im Öl-Würgegriff der Amerikaner kurz vor der Ohnmacht steht, könnte sich ein Epochenwechsel anbahnen. Im besten Fall erzwingt der Druck der Trump-Regierung nicht den sofortigen Sturz des Systems, sondern dessen pragmatische Entkrampfung. Havanna könnte private Investitionen zulassen, Exilkubaner als Kapitalquelle zurückholen und sich aus der bankrotten Staatswirtschaft herausbewegen, ohne ins Chaos zu schliddern.

Washington wiederum könnte Sanktionen punktuell lockern, um Versorgung, Strom und unternehmerische Tätigkeit zu stabilisieren. Das wäre kein lupenreiner demokratischer Durchbruch, aber vielleicht der Beginn einer kubanischen Transformation: weniger ideologisch, marktoffener, mit viel mehr Luft für die Bevölkerung.

Kuba: Donald Trump riskiert das Scheitern der Verhandlungen

Im schlimmsten Fall überschätzt Trump seine Hebel und vergeigt die Sprengkraft des Moments. Er spricht davon, Kuba „in irgendeiner Form“ zu „nehmen“, und behauptet, er könne mit der Insel „alles tun“. Unnötiger Humbug. Ein unberechenbarer, von Allmachtsfantasie-Schüben getriebener Präsident kann die von Außenminister Marco Rubio gelenkten Verhandlungen jederzeit in Demütigung und Maximalforderungen umkippen lassen.

Dann stünde Kuba vor dem gefährlichsten Szenario: Kein geordneter Übergang, sondern Blackouts, humanitäre Krise, wachsender Protest, noch härtere Repression, Fluchtbewegungen – und außenpolitisch vielleicht die Rückkehr Russlands als Schutzmacht. Kuba ist so schwach wie lange nicht. Aber gerade deshalb hängt alles an der einen Frage: Nutzt Trump die Krise für einen Deal, der Gesichtswahrung zulässt? Oder will er einen Ego-Triumph?


© WAZ