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Keine Frage des Lifestyles

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01.03.2026

Alles nicht so schlimm, lässt sich sagen: In Thüringen ist der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen vergleichsweise gering. Über Jahre und Jahrzehnte hinweg ist ein Schrumpfprozess bei jener Lücke zu beobachten, die neudeutsch Gender Pay Gap heißt.

Und das ist schon eins der Probleme: Wir haben keine treffende deutsche Bezeichnung für diese Ungleichheit, die doch vor allem auch ein Anzeichen für eine große Ungerechtigkeit ist.

Frauen verdienen weniger, generell betrachtet. Und diese Nachricht, die jedes Jahr wieder berichtet werden kann, schafft es nicht, zu einem massiven Aufreger zu werden. Ja, im Vorfeld des 8. März wird auf diese Zahlen geschaut. Und die restliche Zeit über gilt wohl: Wahrscheinlich trügen die Arbeitnehmerinnen auch irgendwie selbst dazu bei. Das ist ungerecht, wirkt aber.

Ein Beispiel: Zwar gilt „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“, aber das ist so ganz einfach nicht durchzusetzen, wie es Gesetzesänderungen nahegelegt haben. Noch ein Beispiel: Es heißt, Frauen verhandelten nicht so gut in Bewerbungsgesprächen … Mag sein, mag aber auch nur eine faule Ausrede sein.

Und dann der Quatsch mit der Lifestyle-Teilzeit. Teilzeit ist einer der Gründe, warum die Lohnlücke zulasten von Frauen noch nicht geschlossen ist. Und diese Teilzeit hat ihren Grund fast nie im Wohlleben, sondern in Familienaufgaben, die neben der Arbeit auch noch zu erledigen sind. Häufig von Frauen.


© TLZ