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Iran-Krieg: Chinas indirekte Hilfe aus dem All

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20.04.2026

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Iran-Krieg: Chinas indirekte Hilfe aus dem All

20. April 2026 | The Economist | Lesezeit: 6 Min.

Nach dem Wegfall amerikanischer Satellitenbilder füllt chinesische Aufklärung die Datenlücke für Iran. Eine Verschiebung im globalen Machtgefüge

Seit Beginn der Operation Epic Fury am 28. Februar hat China seine Unterstützung für den Iran mit Bedacht gestaltet. Am 2. März erklärte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums, die amerikanisch-israelischen Angriffe verstießen gegen internationales Recht. Chinesische Schiffe mit Natriumperchlorat, einem potenziell in Raketentreibstoffen verwendeten Bestandteil, sollen Anfang des Monats im Iran eingetroffen sein. Amerikanische Geheimdienste sollen gewarnt haben, China bereite den Einsatz schultergestützter Raketen vor, die amerikanische Hubschrauber und tieffliegende Flugzeuge treffen könnten. Dennoch hat China kaum nennenswerte wirtschaftliche, diplomatische oder militärische Hilfe geleistet. Einen indirekteren und vielleicht wichtigeren Beitrag leistete es aus dem Weltraum.

Soziale Medien sind überschwemmt mit Bildern des Nahen Ostens, die von chinesischen Satelliten aufgenommen und von chinesischen Firmen veröffentlicht wurden. Dies geschieht genau zu dem Zeitpunkt, an dem amerikanische Unternehmen unter dem Druck der Trump-Regierung ihre Aktivitäten eingeschränken und Journalisten, Forscher und Aktivisten von einer wichtigen Quelle für Open-Source-Informationen abgeschnitten haben. Die Verbreitung chinesischer Fotos spiegelt die dramatischen Fortschritte im Umfang und der Leistungsfähigkeit der chinesischen Erdbeobachtungstechnologie wider. Sie markiert das Ende eines westlichen Monopols auf die modernsten Bilder aus dem Weltraum. Für Open-Source-Analysten sind die chinesischen Bilder jedoch sowohl eine Warnung als auch eine Rettung.

Satellitenboom und strategische Kooperationen

Der Krieg mit dem Iran hat chinesischen Satellitenfirmen eine goldene Werbemöglichkeit eröffnet. Bill Greer, Geodatenanalyst und Mitbegründer des gemeinnützigen Satellitendienstleisters Commonspace, ist der Ansicht, dass die Maßnahmen der Trump-Regierung den amerikanischen Konkurrenten unnötigerweise einen Vorteil verschaffen. „Die USA schaden ihren eigenen Unternehmen, indem sie deren Zugang einschränken“, argumentiert er, „während unsere Gegner weiterhin über andere Systeme an Daten gelangen können.“

In den letzten Wochen haben sich die Hinweise auf eine Zusammenarbeit zwischen chinesischen Satellitenfirmen und dem Iran........

© The European