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Mileis Kettensägen-Argentinien ist der Aufsteiger im Index der wirtschaftlichen Freiheit

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12.03.2026

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Mileis Kettensägen-Argentinien ist der Aufsteiger im Index der wirtschaftlichen Freiheit

12. März 2026 | Rainer Zitelmann

Der Index of Economic Freedom 2026 zeigt: Schweiz unter den freiesten Volkswirtschaften, Argentinien legt am stärksten zu

Jedes Jahr veröffentlicht die Heritage Foundation den Index of Economic Freedom. Insgesamt werden 176 Länder anhand von zwölf Kriterien bewertet. Man kann den Index auch als „Kapitalismus-Ranking“ bezeichnen.

Die wirtschaftlich freiesten Länder im Index 2026 sind Singapur, die Schweiz, Irland, Australien und Taiwan. Die wirtschaftlich unfreisten Länder sind Venezuela, Kuba und Nordkorea.

Aufsteiger des Jahres - und Absteiger

Wichtiger als der Rang eines Landes im Vergleich zu anderen Ländern ist aber die Veränderung im Vergleich zum Vorjahr. Argentiniens Wert für wirtschaftliche Freiheit beträgt 57,4 Punkte, womit seine Wirtschaft im Index of Economic Freedom 2026 auf Platz 106 liegt. Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Wert um 3,2 Punkte verbessert. Argentinien ist damit das Land mit der größten Verbesserung im Index 2026. Argentinien belegt Rang 23 von 32 Ländern in der Region Amerika, und der Wert für wirtschaftliche Freiheit hat sich in den vergangenen drei Jahren unter Javier Milei im Vergleich zu den globalen und regionalen Durchschnittswerten deutlich verbessert.

In dem Bericht heißt es: „Der klare Sieg bei den Zwischenwahlen im Oktober 2025 verschaffte dem reformorientierten Präsidenten Javier Milei konkrete Unterstützung und zusätzlichen Schwung für die weitere Transformation der argentinischen Wirtschaft. Obwohl die Wirtschaft weiterhin mit anhaltenden Herausforderungen konfrontiert ist, hat Mileis Reformagenda bemerkenswerte und messbare Fortschritte hervorgebracht. Die Verwaltung der öffentlichen Finanzen wurde verbessert und disziplinierter gestaltet, da verschiedene fiskalische und regulatorische Reformen die Größe und den Einfluss des Staates reduziert haben. Die Inflation ist gesunken, und die monetäre Stabilität wurde gestärkt.“

Auch die USA haben sich verbessert und liegen im aktuellen Index auf Platz 22 (Vorjahr Platz 26). In mehreren Bereichen konnten die USA Fortschritte erzielen, verloren jedoch wegen Trumps Zollpolitik zugleich deutlich im Bereich „Handelsfreiheit“, wo sie nur 67,7 Punkte erreichen (Vorjahr: 75,6).

Deutschland verlor dagegen zwei Ränge und liegt jetzt auf Platz 24 (Vorjahr 22). Russland verschlechterte seine ohnehin schlechte Position weiter: Im aktuellen Index kommt es nur noch auf Platz 145 (Vorjahr Platz 135). Polen dagegen verbesserte sich deutlich und erreicht Platz 40 (Vorjahr 45).

Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Freiheit und Armut

Der Lebensstandard, gemessen am Pro-Kopf-Einkommen, ist in wirtschaftlich freieren Ländern deutlich höher. Länder, die im Index 2026 als „frei“, „überwiegend frei“ oder „mäßig frei“ eingestuft werden, erzielen Pro-Kopf-Einkommen, die mehr als doppelt so hoch sind wie der Durchschnitt in anderen Ländern und mehr als dreimal so hoch wie die Einkommen von Menschen, die in wirtschaftlich „unterdrückten“ Ländern leben.

Auch 104 Entwicklungsländer wurden genauer analysiert: Der Index zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen Armut und wirtschaftlicher Freiheit. In jenen Entwicklungsländern, die als „mäßig frei“ eingestuft werden, leben nur 3,6 Prozent der Menschen in Armut; in jenen, die als „überwiegend unfrei“ oder „unterdrückt“ gelten, leben 15,5 Prozent in Armut. Armut ist ein Resultat wirtschaftlicher Unfreiheit.

Rainer Zitelmann ist Autor von 31 Büchern, die in 35 Sprachen übersetzt wurden. Nächste Woche erscheint sein neues Buch „Weltraumkapitalismus“


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