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Die Auto-Bilanzwoche entlarvt ein Geschäftsmodell am Limit

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13.03.2026

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Die Auto-Bilanzwoche entlarvt ein Geschäftsmodell am Limit

13. März 2026 | Oliver Stock

Analyse der Autobauer-Bilanzen 2025: Margendruck, China-Risiken und Elektroinvestitionen verändern das Geschäftsmodell der deutschen Autoindustrie.

VW verliert fast die Hälfte seines Gewinns, Porsche rutscht dramatisch ab, Mercedes kassiert seine Luxusstrategie – und ausgerechnet BMW wirkt plötzlich wie der stabilste Spieler. Was hinter den Zahlen der deutschen Autobauer wirklich steckt.

Die deutschen Autobosse haben in dieser Woche ihre Bücher geöffnet und plötzlich sieht jeder, wie sehr sich das Geschäftsmodell verändert hat. Die Konzerne verdienen noch immer Milliarden. Aber die alten Gewissheiten der Branche lösen sich gerade auf wie Wasserfarben im Regenschauer.

Noch vor wenigen Jahren war die deutsche Premiumindustrie ein nahezu perfektes System: hohe Preise, steigende Margen, China als Wachstumsmotor. Deutsche Ingenieurskunst, chinesische Nachfrage – das war die Formel. Heute ist daraus ein Dreifrontenkrieg geworden: geopolitische Risiken, aggressive chinesische Wettbewerber und eine Transformation, die Milliarden verschlingt.

Die Zahlen erzählen eine neue Geschichte

Der Volkswagen-Konzern, mit rund 322 Milliarden Euro Umsatz weiterhin der größte Autobauer Europas, musste für 2025 einen Einbruch hinnehmen, der weh tut: Der Nettogewinn fiel von 12,4 Milliarden auf 6,9 Milliarden Euro – ein Minus von 44 Prozent. Das Management reagiert mit drastischen Maßnahmen: Bis 2030 sollen rund 50.000 Stellen im Konzern wegfallen. VW-Chef Oliver Blume sagte bei der Vorlage der Zahlen, das Geschäftsmodell der Branche habe sich „grundlegend verändert“. Die Übersetzung ist simpel: Das System, mit dem deutsche Autobauer jahrzehntelang zuverlässig Geld verdient haben, funktioniert nicht mehr so wie früher. Die Größe, einst die größte........

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