Anleger-Angst: „Bald muss ich noch Schuhgröße und Lieblingslied angeben“
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Anleger-Angst: „Bald muss ich noch Schuhgröße und Lieblingslied angeben“
20. Mai 2026 | Oliver Stock
Banken sollen künftig noch mehr Daten über ihre Kunden sammeln: Herkunft des Geldes, Beruf, Transaktionen, politische Funktionen. Dafür sorgt eine neue EU-Geldwäsche-Behörde mit Sitz in Frankfurt
Wie so oft in Brüssel beginnt das Verhängnis mit einem harmlosen Kürzel: AMLA. Vier Buchstaben, trocken wie ein Behördenschreiben. Doch hinter diesem Kürzel entsteht gerade etwas Großes: eine europäische Super-Behörde, die künftig tief in die Finanzwelt der Bürger hineinreichen wird.
Offiziell soll AMLA Geldwäsche und Terrorfinanzierung bekämpfen. Die „Anti-Money Laundering Authority“ wurde am 26. Juni 2024 gegründet und hat ihren Sitz in Frankfurt. Ende vergangenen Jahres beschäftigte die Behörde bereits rund 120 Mitarbeiter, im Vollbetrieb, der bald ansteht, werden es 430 sein. AMLA soll große Banken und Versicherer direkt beaufsichtigen, nationale Geldwäschebehörden koordinieren und europaweite Standards für Banken, Versicherungen, Vermögensverwalter und andere Finanzfirmen festlegen. AMLA-Chefin Bruna Szego beschreibt die Aufgabe der Behörde als Aufbau eines „integrierten europäischen Systems“ gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung. Europa brauche dafür „ein gemeinsames Regelwerk und eine gemeinsame Aufsichtskultur“.
Blick auf private Vermögenswerte
Die Behörde selbst wird zwar keinen direkten Durchgriff auf EU-Bürger haben, doch ihre Regeln wirken in den Alltag hinein. Denn Banken und Finanzberater müssen künftig noch genauer dokumentieren, mit wem sie Geschäfte machen: Staatsangehörigkeiten, Geburtsort, Beruf, Branche, Herkunft des Geldes, erwartete Transaktionen, politische Funktionen oder wirtschaftliche Eigentümer von Firmen. Die AMLA arbeitet an Regulierungsstandards, die festlegen, welche Informationen Finanzinstitute künftig sammeln müssen. Kritiker sprechen........
