Am Rand des Krieges: Warum der US-Aufmarsch gegen Iran mehr ist als reine Abschreckung
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Am Rand des Krieges: Warum der US-Aufmarsch gegen Iran mehr ist als reine Abschreckung
20. Februar 2026 | Burghard Jepsen | Jörg Nackmayr | Lesezeit: 5 Min.
US-Kampfjets, AWACS und ein Flugzeugträger: Warum der Aufmarsch gegen Iran weit über reine Abschreckung hinausgeht. Eine Analyse
VON BURKHARDT JEPSEN UND JÖRG NACKMAYR
Im Iran zeigt sich derzeit ein historisch vertrautes Muster. Nach einer schiitischen 40-Tage-Trauerphase beginnen erneut Demonstrationen. Dieses religiös grundierte Mobilisierungssystem war bereits 1978/79 ein entscheidender Taktgeber beim Sturz des Schahs. Die zyklische Verbindung von Trauer, politischer Symbolik und Massenmobilisierung besitzt im Iran eine eigene Dynamik. Sie erzeugt Druck auf das Regime – und kann zugleich unvorhersehbare Eskalationen auslösen.
Parallel dazu laufen Verhandlungen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten. Eine zweite Gesprächsrunde ist beendet, ein weiteres Treffen angekündigt. Formal existiert Diplomatie. Realistisch betrachtet jedoch sind die strukturellen Gegensätze erheblich.
Washington fordert das vollständige Ende der Urananreicherung, massive Einschnitte in das iranische Raketenprogramm sowie die Beendigung regionaler Stellvertreternetzwerke. Teheran hingegen verweist auf die zivile Dimension seines Nuklearprogramms – von Energiegewinnung bis zur Produktion medizinischer Isotope für die Krebsbehandlung. Für jedes technologisch souveräne Land ist zivile Kerntechnik ein strategischer Faktor.
Irans Oberster Führer Ali Khamenei machte deutlich: Wenn das Ergebnis von Verhandlungen vorab feststeht – nämlich dass Iran keine Nukleartechnologie besitzen darf – dann sind es keine echten Verhandlungen. Für Teheran ist die Fähigkeit zur Anreicherung Ausdruck staatlicher Souveränität. Gleichzeitig bilden Raketenarsenal und regionale Netzwerke die eigentliche Abschreckung. Genau diese Instrumente sind der Grund, warum überhaupt verhandelt wird.
Der militärische........
