Neue Machtachsen der Weltwirtschaft verändern die Globalisierung
Link in die Zwischenablage kopieren
Neue Machtachsen der Weltwirtschaft verändern die Globalisierung
29. April 2026 | Britta Kuschnigg
Beim Ludwig-Erhard-Gipfel diskutierten Experten, wie Handels- und Industriepolitik, neue Allianzen und Afrikas Wachstum die Weltwirtschaft neu ordnen.
Machtpolitik, Allianzen und Afrika-Boom: Warum Globalisierung neu gedacht werden muss, war Thema auf dem Ludwig-Erhard-Gipfel am Tegernsee.
Die Globalisierung hat ihre Unschuld verloren. Und plötzlich gelten Gewissheiten, die jahrzehntelang tragfähig schienen, nur noch unter Vorbehalt. Was lange als Fortschritt galt, entpuppt sich zunehmend als Segen mit Verfallsdatum. Die Weltwirtschaft ordnet sich neu, und sie tut das nicht leise, sondern unter dem Druck von geopolitischen Konflikten und Kriegen, zersplitternden Lieferketten und einer Sanktionspolitik, die ganze Märkte neu vermisst. Damit ist die Handels- und Industriepolitik nicht länger Randdisziplin ökonomischer Feinsteuerung, sondern das zentrale Machtzentrum politischer Gestaltung geworden.
Ob die Ära der freien Globalisierung gescheitert ist, debattierten führende Vertreter aus Politik und Wirtschaft beim Ludwig-Erhard-Gipfel am Tegernsee. Dabei spielte besonders die zukünftige Handels- und Industriepolitik eine zentrale Rolle: Wie können offene Märkte, strategische Interessen und wirtschaftliche Resilienz miteinander in Einklang gebracht werden?
Gleichzeitig rückte die unbequeme Frage in den Mittelpunkt, ob Europa im globalen Machtpoker bereits ins Hintertreffen geraten ist und womöglich zum Verlierer der neuen Weltordnung wird. Gerade mit Blick auf eine zunehmend interventionistische Handels- und Industriepolitik in den USA und China wurde diskutiert, wie Europa seine bisherigen Ansätze anpassen muss, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Die Diskussion zeigte schnell: Die Zeiten einfacher Antworten sind vorbei.........
