Studien, Streit und Sprachchaos: Kippt jetzt die Gender-Sternchen-Debatte?
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Studien, Streit und Sprachchaos: Kippt jetzt die Gender-Sternchen-Debatte?
01. Juli 2026 | Benedikt Mancini
Das Ringen um die Verwendung von Gender-Sternchen und andere Schreibweisen hat zu einer Art Erschöpfung geführt. Es bleiben symbolisch aufgeladene Schreibakte, neutralisierende Sprechweisen und gesellschaftliche Spannungen
VON BENEDIKT MANCINI
Dass Schreibweisen mit Binnen-Sternchen (Asterisk), Binnen-Doppelpunkt und Binnen-Unterstrich in der Praxis nicht konsequent umgesetzt werden können, haben mittlerweile selbst überzeugte Verfechterinnen und Verfechter – „Verfechtende“ – der betont gendergerechten Sprache offensichtlich eingesehen. Spätestens wenn es um informationstechnische Kollisionen geht, steht man ratlos vor dem Buchstabensalat. Das Asterisk-Sternchen wird genauso wie der Doppelpunkt oder Unterstrich in unterschiedlichen Zusammenhängen verwendet und ist nicht für betont gendergerechte Sprache reserviert.
Abgesehen davon, dass es keine einheitliche Regelung gibt, welche der vielen Stile zu bevorzugen ist, lässt sich kein Stil konsequent durchhalten. „Schüler:in“, „Schüler*in“, „Schüler_in“ beispielsweise ist erwünscht, „Kolleg:in“ … hingegen gilt als verfehlt, denn es lässt sich kein „Kolleg“ ohne „-e“ oder „-in“ identifizieren. Daher verbreitet sich die Empfehlung, beispielsweise durch initiale Anreden mit performativer Sprechpause zu demonstrieren, wofür man eintritt. Im Anschluss kann man dann getrost zu traditionellen Sprechweisen übergehen. Gleichzeitig geraten Rednerinnen und Redner, die „nur“ die Paarform verwenden, in Verdacht, sie könnten das berechtigte Anliegen, gegen Diskriminierungen vorzugehen, unterlaufen.
Die gesellschaftliche Spannung – oder sogar Spaltung –, die sich mit diesem Phänomen verbindet, ist erheblich. In Umfragen gibt die Mehrheit der Bevölkerung an, sie heiße die Binnen-Schreibweisen nicht gut. Dies gilt auch für die Mehrheit der Schulabgänger,........
