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Die Botschaft von Leo XIV.: Der Papst, die Ethik und die Künstliche Intelligenz

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26.05.2026

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Die Botschaft von Leo XIV.: Der Papst, die Ethik und die Künstliche Intelligenz

26. Mai 2026 | Benedikt Mancini

Die ethischen Herausforderungen, die durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz entstehen, sind längst ins Zentrum gesellschaftlicher Debatten vorgestoßen

Papst Leo XIV. hat nach einem Jahr im Amt seine erste eigene Enzyklika veröffentlicht, eine mehr als 100 Seiten lange Abhandlung zum Thema Künstliche Intelligenz (KI) unter dem Titel „Magnifica humanitas“. Er sieht Gefahren, aber auch Chancen in KI, die deshalb reguliert werden müsse. „Die Technik ist an sich nicht als eine menschenfeindliche Kraft zu betrachten; im Gegenteil, sie ist von Anfang an in unserer Geschichte verwurzelt, als ‚eine zutiefst menschliche Erscheinung, die an die Autonomie und Freiheit des Menschen geknüpft ist‘“, schreibt das Oberhaupt der katholischen Kirche.

Die ethischen Herausforderungen, die durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz entstehen, sind längst ins Zentrum des ethischen Diskurses vorgestoßen. Institutionen wie Unternehmen arbeiten engagiert an entsprechenden Regelwerken. Der Digital Services Act (DSA) der Europäischen Union (2024) ist ein markantes Beispiel hierfür. Stellungnahmen des Deutschen Ethikrates (z. B. 2023) befassen sich mit den Herausforderungen. Unternehmen wie IBM haben „Ethics Boards“ eingerichtet. Hochschulen entwerfen KI-Nutzungsrichtlinien. Diskutiert werden vor allem Urheberrecht, Datenschutz und Haftung oder spezifische ethische Problemstellungen, die durch Diskriminierung, Deepfakes, mangelnde Transparenz, Blasenbildung oder Arbeitsplatzverlust entstehen.

Im weitesten Sinne kann man die zugehörigen Regelungen und Lösungsvorschläge dem Bereich der Normenethik zuordnen. So nennt das IBM Ethics Board fünf Säulen der KI-Ethik:

1) Erklärbarkeit 2) Fairness 3) Robustheit 4) Transparenz 5) Datenschutz.

Die 4 "kantschen Fragen"

Für Unternehmen, die eine „KI-Governance“ etablieren möchten, sind entsprechende Konzepte wertvolle Vorlagen. Blickt man jedoch auf die Wirksamkeit solcher Richtlinien, so stößt man sehr schnell auf das Problem, dass nur ein kleiner Teil der sich inflationär vermehrenden KI-Angebote entsprechende normenethische Orientierungen tatsächlich umsetzt.

Im Netz dominiert ganz offensichtlich eine andere Handlungsrationalität, die man in ethischen Kategorien als „Opportunismus“ oder „Utilitarismus“ charakterisieren kann, von kriminellen Vorgehensweisen ganz zu schweigen. Künstliche Intelligenz soll selbstverständlich Kosten einsparen, die Marktmacht erhöhen, Gewinne steigern. In der Folge geht es um Arbeitsplatzabbau, Verdrängung von Konkurrenten, Erhöhung der Konsumentenabhängigkeit etc. All dies sind altbekannte ökonomische Mechanismen, die allerdings in der Sozialen Marktwirtschaft einer gewissen Kontrolle unterliegen und letztlich an ethische Prinzipien rückgebunden sind,........

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