Chronik der Woche: Trump, Europa und der Mangel an Diplomatie
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Chronik der Woche: Trump, Europa und der Mangel an Diplomatie
20. März 2026 | Ansgar Graw
Von Fracking über Habermas bis Trump: Eine subjektive Wochenchronik über Politik, Medien, Wirtschaft und Europas unzureichende Diplomatie.
„Die ironische Tragödie besteht darin, dass das Leben vorwärts gelebt werden muss, aber nur rückwärts Sinn ergibt“, schrieb der dänische Religionsphilosoph Søren Kierkegaard in sein Tagebuch. Mir geht das oft im Wochen- oder gar Tagestakt so: schon binnen weniger Tage oder Stunden kann eine Nachricht an Gewichtigkeit gewinnen oder massiv verlieren. Meine erneut sehr subjektiven Höhepunkte der vergangenen Woche finden Sie hier:
Freitag, 13. März Der „Wissenschaftliche Beraterkreis Wirtschaftspolitik“ bei Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat in einem Papier zum Umgang mit dem Iran-Krieg angeregt, die Möglichkeiten für Fracking hierzulande ernsthaft zu prüfen. Die Grünen im Bundestag sind entsetzt: Diese Technik zur Gewinnung von Erdgas aus unterirdischem Gestein mittels hohen Wasserdrucks und Einsatz von Chemikalien sei gefährlich für Mensch und Tier. Das erinnert mich an die hysterischen Diskussionen vor anderthalb Jahrzehnten in den USA, die ich dort als Korrespondent miterlebte. Es werde zu kontaminiertem Wasser und einer Katastrophe bei der Trinkwasserversorgung kommen, hieß es allenthalben. Der Film „Gasland“ zeigte Menschen in Fracking-Regionen, die ein Feuerzeug an das Wasser aus ihren Wasserhähnen hielten, und es begann zu brennen. Heute hat sich die Aufregung gelegt. Es kam zu Problemen, aber sie waren lokal begrenzt und meistens auf technische Fehler oder schlechte Regulierung zurückzuführen. Und dass sich Wasser aus Wasserhähnen wegen des darin enthaltenen Methangases entzünden ließ, wurde auch schon lange bevor es Fracking gab in den 1930er........
