Armin Laschet: "Teheran fühlt sich heute stärker denn je und diktiert selbst Bedingungen"
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Armin Laschet: "Teheran fühlt sich heute stärker denn je und diktiert selbst Bedingungen"
23. April 2026 | Ansgar Graw
Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag über Trump, den Iran, das Mullah-Regime und die verblassende Idee eines Regime Changes
Hat der mächtigste Mann der Welt falsch kalkuliert? Präsident Donald Trump habe die USA ohne Strategie in ein außenpolitisches Abenteuer manövriert und den Iran politisch aufgewertet: So bewertet der CDU-Politiker Armin Laschet, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Deutschen Bundestag, ehemaliger Ministerpräsident in NRW und einstiger Kanzlerkandidat der Union, die Entwicklung am Golf. Laschet, der nächste Woche beim Ludwig-Erhard-Gipfel am Tegernsee sprechen wird, sieht zudem viele Chancen, die Trump verpasst habe.
THE EUROPEAN: Herr Laschet, profitiert das Regime in Teheran von dem Krieg, weil Washington jetzt mit dem bisherigen Paria der Weltpolitik auf Augenhöhe verhandelt?
ARMIN LASCHET: Ja, das entspricht leider meiner Analyse. Aktuell wirkt es so, als sei es eines der Hauptziele, die noch von den USA verfolgt werden, dass die Straße von Hormus wieder frei wird…
…wie sie es auch vor dem Krieg schon war…
…und in der Tat, das war sie vor dem Krieg über Jahrzehnte. Wir wären also auf dem Status quo von vor dem Krieg und müssen noch bangen und hoffen, ob das überhaupt in dieser Form gelingt oder ob man künftig eine Maut an Teheran zahlen muss, um die Straße von Hormus passieren zu dürfen. Die Revolutionsgarden und das System sind durch den Krieg zwar geschwächt, aber weiterhin an der Macht und ein Regimewechsel ist im Moment nicht absehbar. Das Nuklearprogramm ist immer noch da, der Iran verfügt offenkundig über 400 kg angereichertes Uran. Auch das Programm zur Entwicklung der ballistischen Raketen kann der Iran jederzeit wieder starten. Und wenn man dann sogar wieder den Handel mit Teheran beginnen will, hat Trump mit dem Krieg eher das Gegenteil dessen erreicht, was er erreichen wollte: keine Schwächung, sondern eine Stärkung des Mullah-Regimes.
"Die Straße von Hormus in Geiselhaft"
Möglicherweise wird ja Trump nicht nur auf die Öffnung der Straße von Hormus bestehen, sondern zusätzlich auf die Versicherung des Verzichts auf ein militärisches Nuklearprogramm…
…aber auch das hatte der Iran bereits in dem........
