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Unsere Heimat, Söders Albtraum

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A ls Zugezogene ist es an der Zeit, danke zu sagen. Es ist nur höflich, das auch öffentlich zu tun. Im Stillen danke ich öfter. Zum Beispiel, wenn ich mich vorne oben vom Bus M29 von Neukölln über die Oranienstraße und den Ku’damm in den Grunewald wiegen lasse. Es sollte nur ein kurzer Besuch werden. Das ist fast zwanzig Jahre her.

In Kreuzberg habe ich gelernt, meine Haare offen zu tragen. In Niedersachsen konnte ich keine Straße mit Afro langgehen, ohne dass er von Umstehenden kommentiert wurde. Jetzt gab es keine Kommentare und keine Blicke: Den Kreuz­ber­ge­r*in­nen waren meine Haare einfach egal. Nie hätte ich gedacht, dass diese Gleichgültigkeit meinen Alltag so verbessert.

Ich erzähle immer wieder gerne, dass ich in den ersten Monaten hier meine Rückenschmerzen verloren habe, weil ich zuvor nur mit hochgezogenen........

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