Der Kulturgesinnungswart
t az: Herr Küppersbusch, was war schlecht letzte Woche?
Friedrich Küppersbusch: Kanzler Merz kondoliert, „Habermas’ Stimme wird fehlen“.
taz: Und was wird besser in dieser?
Küppersbusch: Wir brauchen also eine andere kluge Stimme, die Merz ignorieren kann.
taz: VW baut 50.000 Stellen ab und verdient die Hälfte weniger. Überrascht Sie das?
Küppersbusch: Nö. Und jetzt ihr: VW macht 6,9 Milliarden Euro Gewinn und schüttet eine unerwartet gute Dividende aus. Wie findet ihr das? Wahrscheinlich nur schwer unter dem ganzen „VW kommt nicht mehr übern TÜV“-Radau. Dieser mediale Tenor dröhnte ohne Schwalldämpfer durch fast alle Nachrichten. Und verdeckte die eigentlich doch recht erbaulichen Neuigkeiten für die Eigentümerfamilie Piëch-Porsche und andere Aktionäre. Als Ergebnis des Brainwashs war man versucht, die armen VW-Besitzer zu bemitleiden. Statt an den neuen Tarifvertrag zu erinnern, der Lohnverzicht, Streichung von Boni und Urlaubsgeld bringt und so auch künftig zu schönen Dividenden beiträgt. Ja, aber China! E-Mobile! Lohnkosten! Standort!, brummbrummeln eilends einbestellte ExpertInnen in die Kameras. Dagegen weigere ich mich, Wirtschaftsnachrichten aus der Sicht von........
