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Gericht in Spanien ordnet VPN-Sperren gegen Piraterie-Infrastruktur an

25 10
20.02.2026

Gericht in Spanien ordnet VPN-Sperren gegen Piraterie-Infrastruktur an

Spanisches Gericht ordnet VPN-Sperren wegen Piraterie an. Betroffen sind NordVPN und Proton VPN, mit dynamischen IP-Listen und Overblocking.

VPN-Sperren: Liste wächst ständig weiter

Aus der Privatsphäre wird eine Sperrpflicht

Spanien als Test für eine EU-weite Umsetzung?

Proton VPN war nicht eingeweiht

Frankreich war nur der Testlauf

VPN-Sperren mit Italien als Vorreiter

Gefährlich ist, wie schnell das zur Normalität werden kann

Der Streit um Piraterie Online-verlagert sich in Spanien von den Internet-Providern auf die VPN-Anbieter. Wie Reuters berichtet, hat ein Handelsgericht in Córdoba Eilanordnungen erlassen, die LaLiga durchsetzen will. Betroffen sind auch die Anbieter NordVPN und Proton VPN. Beide sollen den spanischen Kunden den Zugriff auf eine Infrastruktur blockieren, denen man 16 mutmaßliche Piraterie-Seiten zuordnet. Die Internetprovider hatten diese bereits in ihre Sperrlisten aufgenommen, jetzt sind offenbar die VPN-Sperren an der Reihe.

VPN-Sperren: Liste wächst ständig weiter

Der nationale Fußballverband LaLiga nennt dieses Verfahren „dynamisch erweiterte Sperren”. Damit ist keine feste Blockade-Liste gemeint, sondern eine Sperre, die man einfach im Livebetrieb stetig nach Belieben erweitern kann. Es können somit jederzeit IP-Adressen in unbekanntem Ausmaß dazukommen.

Das Ganze läuft direkt im Eilverfahren, ohne Prüfung und ohne dass die Möglichkeit besteht, die Gegenseite vorher ordnungsgemäß anzuhören. Der Beschluss kommt zuerst, ein möglicher Rechtsstreit erst danach. Laut LaLiga gibt es keine Möglichkeit, Rechtsmittel gegen die Anordnungen einzulegen, während LaLiga und der TV-Partner die angeblich entdeckten illegalen Streams technisch dokumentieren sollen.

Aus der Privatsphäre wird eine Sperrpflicht

VPNs werden hier nicht als neutrale Datenströme behandelt, sondern als technischer Vermittler, der bei Sperren mitziehen soll. Damit landet ein wichtiges Hilfsmittel, das viele aus Datenschutzgründen nutzen – natürlich auch, um ihr eigenes Routing zu verbessern –, in derselben verqueren Logik wie die klassische DNS-Provider-Sperre. IP-Sperren festzulegen, ist immer wie mit Kanonen auf........

© Tarnkappe