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Die Mafia als treibende Kraft von Urheberrechtsverletzungen?

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02.05.2026

Die Mafia als treibende Kraft von Urheberrechtsverletzungen?

Ist die Online-Piraterie organisiert von der Mafia? Ein neuer Bericht der Digital Citizens Alliance und der Firma IP House glaubt daran.

Bericht erstellt von zwei Lobby-Organisationen

Die Verbindungen zwischen Piraterie und organisierter Kriminalität bestehen schon länger

Bericht aus 2009 vermischte Fakten miteinander

Piraterie-Netzwerke als organisierte Kriminalität

Wie sich die Portale im Laufe der Zeit verändert haben

Bericht fordert noch mehr Websperren in den USA

Zeitpunkt gezielt gewählt

Kann man mit Websperren die organisierte Kriminalität begrenzen?

Ein neuer Bericht der Digital Citizens Alliance und IP House kommt zu dem Schluss, dass die Online-Piraterie im Laufe der Jahre organisierter und raffinierter geworden ist. Sogar die Mafia soll nun daran beteiligt sein. Allerdings muss man bedenken, wer den Report vorgestellt hat.

Bericht erstellt von zwei Lobby-Organisationen

Die Digital Citizens Alliance (DCA) ist eine US-amerikanische Lobby-Organisation für Internetsicherheit, die gute Kontakte zur Politik unterhält. Der Verein beschäftigt sich mit den Online-Risiken für Verbraucher durch Malware, Betrug, illegale Märkte, Piraterie etc. IP House ist hingegen ein privatwirtschaftliches Unternehmen zum Schutz und der Durchsetzung von geistigem Eigentum (IP) in den USA. Sie überwachen Websites, Fraud-Foren und Darknet-Marktplätze, identifizieren Tatverdächtige und liefern die Ergebnisse ihrer Untersuchungen an die Behörden. Genau dafür bezahlen die Rechteinhaber sie.

Der kürzlich veröffentlichte Bericht fordert Gesetze zur Sperrung von Websites und drängt den US-Kongress zum Handeln. Wie sich aber die Sperrung von noch mehr Websites auf andere kriminelle Aktivitäten auswirken würde, bleibt abzuwarten.

Die Verbindungen zwischen Piraterie und organisierter Kriminalität bestehen schon länger

Dieser Zusammenhang wurde erstmals Ende der 1990er Jahre deutlich, als die IFPI Bedenken hinsichtlich des grenzüberschreitenden Schmuggels von schwarzkopierten Audio-CDs durch kriminelle Netzwerke äußerte. Damals fand der Großteil der Piraterie noch offline statt.

Im Jahr 2003 kam neben der Mafia noch der Aspekt des Terrorismus hinzu. Dies sagte vier Monate später der Chef von Interpol gegenüber dem US-Kongress aus. Ronald Noble bezeichnete Verbrechen gegen das geistige Eigentum als die bevorzugte Finanzierungsmethode einer Reihe von Terroristengruppen.

Im Dezember 2003 warnte die britische Antipiraterie-Vereinigung FACT in Kinospots vor Piraterie als Finanzinstrument der Terroristen. Eigentlich ist verwunderlich, dass man nicht auch Kinderschänder und andere Bombenleger gleich mit in den Topf geworfen hat. Der Titel der Werbespots war passenderweise „Die Piraten sind hinter dir her“. Im Original „The Pirates Are Out to Get You“, siehe unten.

Bericht aus 2009 vermischte Fakten miteinander

Basis der Spekulationen ist ein Bericht der von der Filmindustrie finanzierten Organisation RAND aus dem Jahr 2009. Dabei hat man einfach Produktfälschungen und Copyright-Verletzungen in einen Topf geworfen. Im neuen Bericht stellt man diese Form der Kriminalität hingegen als etwas Neues dar. Die Piraterie habe sich zu etwas weitaus Strukturierterem und........

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