Behörden haben mehr als 1.000 IPTV-Nutzer aus ganz Deutschland identifiziert
Behörden haben mehr als 1.000 IPTV-Nutzer aus ganz Deutschland identifiziert
Mehr als IPTV-Nutzer im Visier: Wie bei einem aktuellen Fall Ermittler mit fragwürdigen Zahlen und Abschreckungspolitik Stimmung machen.
Der Kampf gegen die illegale Konkurrenz erreicht die Wohnzimmer
Behörden setzen auf Abschreckung
Millionen Nutzer, Milliarden Schäden – stimmt das denn?
Europa verschärft den Druck auf illegale IPTV-Portale
Ein Katz-und-Maus-Spiel ohne Ende
Verfolgung der IPTV-Nutzer als Symbolpolitik
Jahrelang konzentrierten sich Ermittlungsbehörden auf die Betreiber der illegalen Dienste. Nun geraten zunehmend auch deren Kunden ins Visier. Medienberichte sprechen von mehr als 1.000 identifizierten IPTV-Nutzern in Deutschland, denen strafrechtliche Konsequenzen drohen könnten. Wer Fußball, Filme oder Serien über nicht autorisierte Streaming-Angebote konsumiert, soll sich nicht länger sicher fühlen. Die Botschaft des ZCB richtet sich eindeutig an die Endnutzer und soll sie einschüchtern.
Der Kampf gegen die illegale Konkurrenz erreicht die Wohnzimmer
Dabei entsteht der Eindruck einer neuen Eskalationsstufe im Kampf gegen digitale Piraterie. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass zwischen spektakulären Schlagzeilen, hohen Schadenssummen und tatsächlichen Strafverfahren erhebliche Unterschiede bestehen.
Behörden setzen auf Abschreckung
Über die vielen aufgedeckten Kunden berichtete Bild-Online hinter einer Paywall. Grundlage der Statistik sind mehrere Verfahren der Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB). Im Zuge von Ermittlungen gegen mutmaßliche IPTV-Anbieter hat das ZCB Server beschlagnahmt, Kryptowährungen sichergestellt und Kundendaten ausgewertet. Nach Angaben der Ermittler konnte man mittlerweile die Identität von mehr als 1.000 Konsumenten aufdecken.
Rechtlich steht dabei der Vorwurf des unerlaubten Eingriffs in verwandte Schutzrechte im Raum. Das Gesetz sieht Geldstrafen oder Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren vor. In der Praxis gehen Juristen jedoch überwiegend davon aus, dass es meist bei Geldstrafen oder Strafbefehlen bleibt. Früher hat man solche Vergehen gar nicht geahndet. Mittlerweile droht den IPTV-Nutzern im Anschluss auch ein zivilrechtliches Verfahren. Dabei sprechen die Pay-TV-Anbieter ihre Schadenersatzforderungen für die illegale Nutzung ihrer Inhalte aus.
Die öffentliche Kommunikation der Behörden konzentriert sich natürlich auf die maximal möglichen Strafen. Solche Hinweise dienen regelmäßig der Abschreckung. Sie sollen potenzielle Nutzer vom Konsum illegaler Angebote abhalten. Doch kann das wirklich gelingen?
Millionen Nutzer, Milliarden Schäden – stimmt das denn?
Rechteinhaber und Branchenverbände verweisen seit Jahren auf enorme Schäden durch illegales Streaming. Die Deutsche Fußball Liga spricht von mehr als sechs Millionen Menschen in........
