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Verheißung und Versuchung

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04.04.2026

Die Szene ist weltberühmt: Gottvater, schwebend und von Engeln umgeben, streckt seinen Arm aus und deutet mit dem Zeigefinger der rechten Hand auf den Zeigefinger Adams. Fast berühren sich die ausgestreckten Finger. 

So stellt sich Michelangelo in den Deckenfresken der Sixtinischen Kapelle in Rom die Erschaffung des Menschen vor. Am sechsten Schöpfungstag, so steht es in der ersten Lesung der Osternacht aus dem Buch Genesis, beschließt Gott: „Lasst uns Menschen machen als unser Bild, uns ähnlich!“ Und so kommt es: „Gott erschuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes erschuf er ihn.“

Der Mensch als Abbild Gottes. Was heißt das? Sieht Gott aus wie die 8,3 Milliarden Menschen, die derzeit auf der Erde leben? Das kann wohl nicht gemeint sein. Doch was ist es dann, was uns zum Ebenbild Gottes macht? 

Bleiben wir erst einmal bei Äußerlichkeiten, bei der Schönheit. Es gibt sie, die Schönheit. Bei Menschen. Schöne Gesichter, schöne Körper, ein schönes Lächeln. Nicht jeder findet denselben Menschen oder dieselbe Eigenschaft schön, zudem wechseln Schönheitsideale im Lauf der Zeit und der Kultur. Aber jede und jeder findet Schönheit in anderen Menschen. Makellose Schönheit, so subjektiv sie letztlich ist, ist bestimmt........

© Tag des Herrn