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Gott lässt ihr keine Ruhe

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Wie es dazu kam, kann sie manchmal selbst nicht glauben, sagt sie: „Immer wenn ich dachte, es geht ohne Gott oder Kirche, kam irgendwie ein Zeichen“, sagt Anja Schmidt.

Das fing schon früh an: Aufgewachsen in einem atheistischen Elternhaus in der DDR, war sie als Kind bei den Jungpionieren und im Segelsportverein. „Sonntags war Training, aber ich ging lieber in die Christenlehre, weil meine Freundin da auch war“, sagt sie. Zwei Exotinnen. Ihre Eltern hatten dafür kein Verständnis; die hätten ihre Sportkarriere und überhaupt die persönliche Zukunft gefährdet gesehen.

In der Lesung sagt Jeremia: „Zum Gespött bin ich geworden, den ganzen Tag.“ Anja Schmidt findet sich da wieder; das hat sie selbst erlebt. „Dann kam die Wende, das war mein großes Glück“, sagt sie. Mit 14 Jahren, gerade religionsmündig, ließ sie sich evangelisch taufen und dann auch konfirmieren. „Du hast mich betört, o Herr, und ich ließ mich betören.“

Weil ihre Eltern das so wollten, hat sie eine Banklehre begonnen. Da habe sie dann den Bezug zur Kirche mehr und mehr verloren. „Die Bank war toll“, sagt sie. Mit Menschen reden, sie beraten, in Baufinanzierungen begleiten, das sei ihre Welt gewesen. Aber: „Gott ließ mir keine Ruhe.“ Vielleicht sei es auch so ein Zeichen gewesen, als sie an einem Novemberabend im Jahr 2000 bei einem Banküberfall in der Filiale in Berlin als Geisel genommen wurde.........

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