„An Europa oder deutschen Büchern gab es kein Interesse“: Zsuzsanna Gahse über Ungarn unter Orban
Als in diesem Jahr am 12. April die Wahlergebnisse bekannt waren, wurde in Ungarn bis in den Morgen hinein gefeiert. Galt die große Freude der Abwahl Viktor Orbáns oder ging es um die Begrüßung des neuen Ministerpräsidenten Péter Magyar? Nach dem ersten Jubel spielen beide Faktoren eine eminente Rolle.
Orbán nämlich hatte in seiner sechzehnjährigen Regierungszeit das Land zunehmend mit Restriktionen im Zaum gehalten, wohl mit dem Ziel, nicht mehr abwählbar zu sein. Zudem hatte er mit seinem Veto das EU-Parlament mehrfach blockiert und damit die gerade heute so notwendige Einheit der Union geschwächt. Diese Zeit ist überstanden, und entsprechend war das Aufatmen in den meisten Ländern Europas deutlich spürbar. Dass er nun zurücktritt, obwohl er einerseits von Putin, andererseits von der US-Administration unterstützt wurde, ist erwähnenswert und darf gefeiert werden.
Von jetzt an folgt der Blick auf den neuen ersten Mann im ungarischen Parlament. Péter Magyar, 45 Jahre alt, hat seine Mitte-Rechts-Partei TISZA erst vor fünf Jahren gegründet. Die Zweidrittelmehrheit, die er erzielt hat, liegt an der überaus hohen Wahlbeteiligung, an der Unterstützung der Jugend und dass auch Grüne und Linke sicherheitshalber für ihn........
