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Ein deutsches Medienphänomen: Podcaster Ben Berndt

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06.07.2026

Dass er es im Mediengeschäft an die Spitze geschafft hatte, merkte Ben Berndt, als er online den „Spiegel“ las. Gerade hatte er im April auf YouTube und anderen Plattformen seinen Video-Podcast mit dem thüringischen AfD-Chef Björn Höcke veröffentlicht. Das Magazin fragte nicht „Viereinhalb Stunden - was hat Höcke gesagt?“, sondern „Wer ist der Podcaster, der Björn Höcke viereinhalb Stunden lang eine Bühne bietet?“, erinnert sich der 41 Jahre alte Kölner Unternehmer durchaus zufrieden.

6,1 Millionen Menschen haben sich das Höcke-Interview inzwischen auf YouTube angeschaut, etwa 118.000 haben es kommentiert, mehrere hunderttausend auf Podcast-Plattformen wie Spotify gehört. Kürzlich hat ihm YouTube einen Award für das Knacken der Eine-Million-Abonnenten-Marke verliehen. Das sind für Deutschland herausragende Nutzerzahlen.

Streit mit Landesmedienanstalt in NRW

Ben Berndt ist ein Phänomen, um dessen Erklärung sich jetzt alle klassischen Medien bemühen. Die häufigste Erklärung lautet, dass Berndt den konservativen, mitunter rechtspopulistischen Zeitgeist trifft.

Gestützt wird das von seinem jüngsten Konflikt mit der Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen, die ihn aufgefordert hat, seinen Höcke-Podcast nachträglich zu überarbeiten. Berndt habe auf die journalistische Sorgfaltspflicht verzichtet, indem er Höcke ohne Einordnung habe reden lassen. Das aber zielt auf Berndts Selbstverständnis: Er will nur ein freundlicher Gastgeber sein, kein Journalist.

Deshalb will Berndt hart bleiben. „Sofern man uns auferlegt, sämtliche Folgen zu untersuchen und im Zweifel zu bearbeiten, werden wir sämtliche juristischen Möglichkeiten nutzen. Im Zweifel auch bis zum Bundesgerichtshof“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Für Berndts Aufstieg........

© Südkurier